Die „Mona Lisa“ wird evakuiert

Das vor der Küste Lettlands auf Grund gelaufene Kreuzfahrtschiff „Mona Lisa“ wird nach Angaben der Küstenwache evakuiert. Alle Bemühungen, das Schiff von der Sandbank in tiefes Wasser zu schleppen, waren gescheitert. Die vorwiegend deutschen Touristen und die 327-köpfige Besatzung sollen nun von zwei Schiffen zunächst in die Hafenstadt Ventspils und dann ins 160 Kilometer entfernte Riga gebracht werden.

Über die Anzahl der Urlauber gibt es unterschiedliche Angaben. Sie schwanken zwischen 657 und 750. Ob und wie viele Besatzungsmitglieder möglicherweise an Bord bleiben, konnte Ruslans Kulesovs von der lettischen Küstenwache nicht sagen.

Laut Behördenangaben befanden sich die Passagiere zu keiner Zeit in unmittelbarer Gefahr. Mit Ruhe und Geduld hätten sie die Situation zur Kenntnis genommen und am Sonntag das schöne Wetter zum Sonnen an Deck genutzt, sagte der Geschäftsführer des Reiseveranstalters Lord Nelson Seereisen aus Erkelenz in Nordrhein-Westfalen, Herbert Fervers, der auch unter den Reisenden ist.

„Es war ein Manövrierfehler“

Die rund 200 Meter lange „Mona Lisa“ war am Sonntag auf Höhe der Irbe-Mündung auf eine Sandbank aufgelaufen. Größere Schäden entstanden dabei nicht. „Es war ein Manövrierfehler, der Kurs wurde nicht beibehalten“, sagte Fervers. Das Schiff sei zum Unfallzeitpunkt von einem griechischen Brückenoffizier gesteuert worden, der ein Kapitänspatent hat – „ein erfahrener Mann“, wie Fervers sagte. Er betonte, der Offizier habe nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Auch bei den anderen Offizieren handele es sich um Griechen.

Das Schiff befand sich auf dem Weg von der polnischen Hafenstadt Danzig in die estnische Hauptstadt Tallinn und sollte in Riga einen Zwischenstopp einlegen. Die Kreuzfahrtreise sollte eigentlich zehn Tage dauern und von Kiel über Riga, Tallinn und St. Petersburg nach Helsinki führen. Das in den 60-er Jahren gebaute Schiff gehört der deutschen Reederei Lord Nelson Seereisen und fährt unter der Flagge der Bahamas.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.