Erneuter Flüchtlingssturm auf Melilla

Erneut haben dutzende afrikanischer Flüchtlinge versucht, die spanisch-marokkanische Grenze zu durchbrechen. Während des Elfmeterschießens beim Viertelfinalspiel der Fußballeuropameisterschaft zwischen Spanien und Italien versuchten sie, von Marokko in die spanische Exklave Melilla zu gelangen. Sie hatten offenbar gehofft, dass die spanischen Sicherheitskräfte durch das dramatische Finale abgelenkt waren. Sie wurden aber noch auf der marokkanischen Seite der Grenze aufgehalten, wie das Innenministerium in Madrid mitteilte.

Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art binnen 24 Stunden. In der Nacht zum Samstag waren bei einer ähnlichen Aktion 70 Afrikaner nach Melilla gelangt. Mehrere spanische Polizisten wurden dabei nach Angaben der Behörden leicht verletzt. Etwa 50 der illegalen Immigranten seien später aufgegriffen und in Abschiebelager gebracht worden.

Bei den Vorfällen handelt es sich um die ersten massiven Anstürme illegaler Einwanderer auf Melilla seit 2006. Vor drei Jahren hatten Tausende von Afrikanern versucht, in immer neuen Wellen von marokkanischem Gebiet aus in die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta einzudringen. 14 Flüchtlinge waren dabei ums Leben gekommen. Spanien ließ daraufhin die Grenzbefestigungen der beiden an der Nordküste Afrikas gelegenen Städte ausbauen und die Zäune auf bis zu sechs Meter erhöhen.

Original, Google Cache, archive.org

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