„Obama ist mein Kandidat“

Die New Yorker Senatorin Hillary Clinton hat die Demokratische Partei zu geschlossener Unterstützung für den designierten Präsidentschaftskandidaten Barack Obama aufgerufen. Es sei jetzt an der Zeit, „sich als eine Partei mit einem Ziel zu vereinen“, sagte Clinton, die sich selbst um die Kandidatur beworben hatte, auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver. „Obama ist mein Kandidat und er muss unser Präsident sein“, rief sie den Delegierten zu.

In ihrer Rede griff Clinton auch den Kandidaten der Republikaner, John McCain, scharf an. Sie habe nicht „35 Jahre lang in den Schützengräben“ der Politik verbracht und die letzten acht Jahre unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush über sich ergehen lassen, um nun noch mehr „ungenügende Führung“ durch die Republikaner zu erleiden, betonte die Senatorin.

McCain „ein Handlanger“ von Präsident Bush

Auch mehrere Vorredner Clintons auf dem Parteitag nahmen McCain ins Visier. Sie warfen dem Senator vor, lediglich die Politik von Präsident Bush zu verlängern. Der frühere Gouverneur von Virginia, Mark Warner, sagte, Amerika könne sich nicht vier weitere Jahre von explodierenden Etatdefiziten, monatlichen Ausgaben von zehn Milliarden Dollar im Irak und Untätigkeit im Kampf gegen die globale Erwärmung leisten.

McCain sei nicht der politische Einzelgänger, als der er sich selbst beschreibe, sondern eher „ein Handlanger“ von Präsident Bush, meinte der Senator von Pennsylvania, Bob Casey. McCain habe im Senat zu 95 Prozent zugunsten des Präsidenten gestimmt. Das sage alles über seine politische Unabhängigkeit.

Republikaner schlagen zurück

Die Republikaner hingegen sprachen Obama die Eignung für das Amt des Präsidenten ab. Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney sagte auf einer Pressekonferenz in Denver: „Barack Obama ist eine charmante und anständige Persönlichkeit mit einer liebenswerten Familie, aber er ist nicht bereit für die Präsidentschaft.“ Unter Obama würden die USA weniger Wohlstand und weniger Sicherheit erleben, sagte Romney.

Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts leitet im Auftrag der Wahlkampfführung McCains eine Parteidelegation am Tagungsort der Demokraten. Dies nährte die Spekulationen, dass McCain Romney als seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten benennen könnte. Es wird erwartet, dass McCain seine Entscheidung in den nächsten Tagen bekanntgibt.

Kein Anschlag auf Obama geplant

Unterdessen gaben die Behörden nach der Festnahme von drei bewaffneten Männern in Denver Entwarnung. Die Verdächtigen seien notorische Drogenkonsumenten und hätten sich rassistisch über Obama geäußert – jedoch fehlten die Beweise, dass sie ernsthaft einen Anschlag geplant hätten, sagte ein Staatsanwalt.

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