Vom Luxus-Penthouse ins Gefängnis

Der als Milliardenbetrüger angeklagte US-Investor Madoff muss im Gefängnis auf sein Urteil warten. Richter Chin schickte den 70-Jährigen, der seit Dezember in seinem Luxus-Penthouse unter Hausarrest gestanden hatte, wegen Fluchtgefahr in Haft. Im Gerichtssaal brandete Beifall auf, als Madoff abgeführt wurde.

Von Lena Bodewein, WDR-Hörfunkkorrespondentin New York

Die Zeit im Luxusappartement ist vorbei – Bernard Madoff muss sich direkt vom Gericht in Untersuchungshaft begeben. Der Milliardenbetrüger hatte sich in allen Anklagepunkten schuldig bekannt, von der Geldwäsche in großem Stil, über Falschaussage gegenüber der Börsenaufsicht und Meineid bis zum Wertpapierbetrug. Bisher stand der ehemalige Star-Investor unter Hausarrest. Die Nachricht, dass er nicht mehr in seinen so genannten Goldenen Käfig zurückkehren darf,  hat bei seinen Opfern Freude ausgelöst: „Er wird zu 150 Jahren Haft verurteilt werden, ich hoffe er lebt lange“, sagen sie.

Großer Medienandrang

Unter großem Medienaufgebot war Bernard Madoff vor Gericht erschienen, Fernsehteams hatten per Hubschrauber seinen Weg von der Upper East Side Manhattans bis zum Gerichtsgebäude im Süden New Yorks verfolgt. In aller Frühe war er mehrere Stunden vor dem Termin dort angekommen.

Madoff bedauert seine Taten

Stehend, mit unbewegter Miene lauschte Bernard Madoff dann dem Richter, die Stimme blieb ihm weg und er brauchte einen Schluck Wasser, bevor er antworten und sich schuldig bekennen konnte. Er trug eine fünfminütige Erklärung vor: Er sei froh, dass er nun öffentlich über seine Verbrechen reden könnte, für die er sich sehr schäme und für die er um Vergebung bitte. Sein Anlagesystem habe eine Eigendynamik gewonnen, die er irgendwann nicht mehr stoppen konnte.

Um bis zu 65 Milliarden Dollar soll er seine Kunden betrogen haben. Der zuständige Richter ließ ihn in Handschellen abführen, über das Strafmaß wird er voraussichtlich am 16. Juni entscheiden.

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