Doch keine Ausnahme für Heringshaie

Der vom Aussterben bedrohte Heringshai wird doch nicht weltweit geschützt. Die Artenschutzkonferenz kippte in geheimer Abstimmung eine von ihr selbst beschlossene entsprechende Ausnahmeregelung.

Der Antrag Deutschlands, den Handel mit Heringshaien zu kontrollieren, war zunächst angenommen worden. „Das ist eine kleine Sensation, denn wir sind mit diesem Antrag schon zwei Mal zuvor gescheitert“, sagte der stellvertretende deutsche Delegationsleiter Gerhard Adams im Anschluss an die Abstimmung. Die benötigte Zweitdrittelmehrheit war auf der Konferenz nur knapp erreicht worden.

Neue Abstimmung bei knappen Entscheidungen

Am letzten Tag der Konferenz wurde nun noch einmal über die Entscheidung abgestimmt. Grund dafür ist ein Passus im Regelwerk des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES, nachdem bei knappen Entscheidungen ein neues Votum möglich ist. In diesem sprach sich eine Mehrheit der Delegierten nun gegen einen Schutz des Heringshaies aus.

Zuvor waren bereits Anträge der USA und des Pazifikstaats Palau abgelehnt worden, ab 2012 Handelsbeschränkungen für den Bogenstirn-Hammerhai und den Weißspitzen-Hochseehai einzuführen. Beide Tierarten stehen auf der Roten Liste der internationalen Naturschutzorganisation IUCN, ihre Bestände sind in den vergangenen 20 Jahren weltweit um rund 80 Prozent zurückgegangen. Widerstand gegen stärkere Handelsbeschränkungen kam vor allem aus Japan.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.