Beinahe-Flugzeugunglück in Hamburg

Das Sturmtief „Emma“ hat in Hamburg offenbar beinahe zu einem Flugzeugunglück geführt. Ein aus München kommender Airbus A320 war am Samstag beim Landen auf dem Hamburger Flughafen bei einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern in der Stunde von einer Böe erfasst worden. Mit einem Durchstartmanöver konnte der Pilot das Flugzeug mit 137 Menschen an Bord wieder unter Kontrolle bringen.

Die Lufthansa bestätigte den Vorfall und erklärte, eine Flügelspitze sei leicht beschädigt worden. Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber sagte, die Entscheidung, während des Sturms zu landen, sei nicht falsch gewesen. Er lobte ausdrücklich den Piloten, der hochprofessionell reagiert habe.

Schäden in Millionenhöhe

Die Sachschäden, die der Sturm in Deutschland und in anderen europäischen Ländern angerichtet hat, gehen in die Millionen. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Mindestens 14 Menschen starben in den betroffenen Ländern infolge des Unwetters. Umstürzende Bäume beschädigten Häuser und Straßen. Der Wind deckte Dächer ab und riss Bauzäune und Schilder um. Zahlreiche Straßen und einige Bahnstrecken wurden gesperrt. Vielerorts fiel der Strom aus. In Hamburg und an der Nordsee kam es zu Sturmfluten. „Emma“ erreichte Windgeschwindigkeiten von mehr als 120, in Spitzen sogar bis zu 220 Kilometern pro Stunde.

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Tote und Verletzte

In Deutschland waren durch Sturmböen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Im Westerwald wurde ein Mann in einem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der 58-Jährige saß auf der Rückbank des Wagens, als eine mehr als 30 Meter hohe Fichte auf das Auto stürzte. In Bayern erfasste bei Oberpfaffenhofen eine Windböe einen Motorrollerfahrer, der auf die Gegenfahrbahn gedrückt wurde. Dort prallte er mit einem Lastwagen zusammen und starb, teilte das Polizeipräsidium München mit. In Sachsen-Anhalt wurde ein 48-Jähriger bei einem Unfall auf der Autobahn getötet. Der Mann verlor bei starkem Seitenwind und Hagelschauern die Kontrolle über sein Fahrzeug. In Deesen stürzte ein Mann von einem Baum in den Tod. Er hatte den Baum mit Kordel und Draht sichern wollen, damit dieser nicht auf eine in der Nähe stehende Marienstatue kippt.

Aufräumarbeiten in Frankfurt nach dem Orkantief
Aufräumarbeiten in Frankfurt nach dem Orkantief „Emma“.

Zwei weitere Menschen starben bei wetterbedingten Verkehrsunfällen. Im Erzgebirge in Sachsen wurde eine 68-jährige Beifahrerin getötet, als das Auto auf einer mit Schneematsch bedeckten Straße in den Gegenverkehr geriet. Im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg kam ein 19-Jähriger ums Leben, dessen Pkw bei einem Überholmanöver bei starkem Graupel auf ein entgegenkommendes Fahrzeug prallte. In Österreich und Tschechien forderte „Emma“ weitere sechs Opfer, darunter zwei deutsche Touristen. Auch in Polen starben durch den Sturm mindestens zwei Menschen. Tausende Haushalte hatten keinen Strom.

Bei Verkehrsunfällen infolge des Orkanstiefs wurden in Deutschland zudem zahlreiche Menschen verletzt. So kippte zwischen Dorfen und Erding in Oberbayern ein Reisebus mit Touristen auf dem Weg zum Flughafen in die Böschung. Sechs Insassen erlitten Verletzungen.

Original, Google Cache, archive.org

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