Kapitän der Gaza-Flotte in Griechenland festgenommen


Das US-Schiff „Audacity of Hope“ läuft ohne Genehmigung aus dem Hafen von Piräus aus.

Die griechische Polizei hat den Kapitän eines der Schiffe der Gaza-Hilfsflotte festgenommen. Der 60-Jährige werde bis zu seiner Anhörung vor einem Gericht am Dienstag im Polizeihauptquartier der Hafenstadt Piräus bleiben, teilten die Behörden mit. Der Kapitän des Schiffs „Audacity of Hope“ habe versucht, den Hafen ohne Erlaubnis zu verlassen und dabei das Leben seiner Passagiere gefährdet, teilte die griechische Küstenwache mit.

Die „Audacity of Hope“ mit 36 Passagieren, vier Besatzungsmitgliedern und zehn Medienvertretern an Bord sollte gemeinsam mit weiteren Schiffen in den kommenden Tagen Richtung Gazastreifen auslaufen und Hilfsgüter in die von Israel abgeriegelte Region bringen. Am Freitag hatte die griechische Regierung den Aktivisten verboten, in See zu stechen. Das Zivilschutzministerium wies die Küstenwache an, das Verbot mit „allen angemessenen Mitteln“ durchzusetzen. Zur Begründung hieß es, Israel habe eine Seeblockade für Schiffe vor Gaza verhängt. Die Behörden erklärten zudem, sie untersuchten den Vorwurf einer israelischen Firma, wonach das Schiff, das 3000 Unterstützerbriefe für die Palästinenser transportiert, nicht seetauglich ist.

Nahostquartett appelliert an an Aktivisten

Das Nahostquartett aus UNO, EU, Russland und den USA rieft unterdessen die Aktivisten auf, nicht auszulaufen. „Wir bitten mit Nachdruck alle, die helfen wollen, die erprobten Kanäle zu wählen. Dann können die Hilfsgüter kontrolliert werden und über den Landweg ihr Ziel erreichen“, heißt es in einer bei den Vereinten Nationen in New York verbreiteten Erklärung. „Das Quartett ruft alle Regierungen auf, mit ihrem Einfluss weitere Aktionen zu verhindern. Andernfalls wird das Leben der Beteiligten riskiert und eine Eskalation der Lage hingenommen.“

Bereits zweite Gaza-Hilfsflotte

Gaza-Aktivisten in Piräus
Protest vor der US-Botschaft

Seit einer Woche bereiten sich Aktivisten aus zahlreichen Staaten darauf vor, von verschiedenen Mittelmeerhäfen aus mit Hilfsgütern an Bord von Schiffen nach Gaza aufzubrechen. Bereits 2010 hatte eine Gaza-Hilfsflotte versucht, die israelische Seeblockade des palästinensischen Gazastreifens zu durchbrechen. Dabei waren neun türkische Aktivisten bei der Erstürmung eines Hilfsschiffes von einem israelischen Kommando getötet worden. Das Vorgehen der Soldaten war international scharf verurteilt worden.

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