Lagarde sieht in Lösung der Schuldenkrise Priorität

IWF-Chefin Lagarde
Christine Lagarde bei ihrer ersten Pressekonferenz als IWF-Chefin

Die neue IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Lösung der Schuldenprobleme in den Industrieländern und die Konjunkturrisiken in den Schwellenländern zu ihren Prioritäten erklärt. Diese beiden Punkte hätten Vorrang, sagte Lagarde bei ihrer ersten Pressekonferenz als Leiterin des Internationalen Währungsfonds.

Beim Thema Schulden gehe es nicht allein um Griechenland und die Euro-Zone. „Es handelt sich um ein sehr breites Thema, das dringend betrachtet werden muss“, sagte sie mit Blick auf Länder wie die USA und Japan.

Die Weltwirtschaft erhole sich zwar von der globalen Finanzkrise. Die Erholung sei aber weiter unausgewogen. In den Schwellenländern wachse die Wirtschaft deutlich schneller als in den Industrieländern. Allerdings bestehe in den Schwellenländern das Risiko einer Überhitzung, und auch die hohe Inflation sei dort ein Problem.

Porträt

Christine Lagarde
Die französische Finanzministerin Lagarde galt vielen von Anfang an als perfekte Kandidatin für den IWF-Chefposten – jetzt hat sie ihn: Sie ist erst seit 2005 in der Politik, arbeitet gern unkonventionell, sieht sich selbst als schnörkellos und überragt die meisten Kollegen im Kabinett.

Am Freitag werde die IWF-Spitze über die Bewilligung einer weiteren Tranche von Hilfsgeldern für Griechenland beraten, kündigte Lagarde an. Sie wollte sich jedoch nicht zu Einzelheiten äußern.

Nachfolgerin von Strauss-Kahn

Lagarde hatte ihren Landsmann Dominique Strauss-Kahn abgelöst, der nach Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung zurückgetreten war.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine der mächtigsten Finanzorganisationen der Welt. Er wurde 1944 mit der Weltbank als Sonderorganisation der UNO in Bretton Woods gegründet. Sitz ist Washington. Jeden Herbst treffen sich die Finanzminister und Notenbankchefs der Mitgliedsländer zur Jahrestagung. Wichtigste Aufgabe des Fonds ist es, die weltweiten Finanzsysteme zu überwachen, um bei vorübergehenden Zahlungsbilanzproblemen von Regierungen oder bei drohendem Staatsbankrott einzugreifen. Der IWF hat 187 Mitgliedsländer, deren Kapitaleinlagen (Quoten) sich nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft und den Währungsreserven richten. Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht.

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