Kleingeld ist auch Mist

Manch einer hat das schon mal erlebt: Am Ende des Geldes ist noch jede Menge Monat übrig. Da ist eine Handvoll Hartgeld, die sich noch in der Jackentasche findet, eine willkommene Überraschung. Auch die USA sind ziemlich pleite. Dabei würde sich für Obamas Regierung eine Kleingeldsuche wirklich lohnen.

Jeder, der US-amerikanische Filme mag, weiß: Mit Kleingeld haben es die Amis nicht so. Auch Kleinstbeträge werden mit Dollarnoten bezahlt. Selbst Verkaufsautomaten ziehen die Scheine problemlos ein. Für alles andere gibt es Kreditkarten. Münzen sind bestenfalls für Telefonzellen zu gebrauchen – doch wer benutzt die heute noch?

Augen zu und durch

Dementsprechend sind bisher auch alle Bemühungen der Regierung gescheitert, den Amerikanern den Umgang mit Dollarmünzen schmackhaft zu machen. Aber die dafür geprägten Münzen gibt es natürlich noch, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk NPR berichtet. Mittlerweile lagern mehr als eine Milliarde von ihnen in den Kellern der Federal Reserve Bank – Tendenz steigend. Denn das Münzprägeprogramm wird ungeachtet seiner Erfolglosigkeit weiter fortgesetzt. Bis 2016 soll sich die Zahl der Ein-Dollar-Münzen sogar verdoppeln, sofern niemand die Prägung noch stoppt.

Langsam wird es eng im Geldschrank

Eigentlich sollte das Programm der US-Regierung Geld sparen: Während ein Ein-Dollar-Schein üblicherweise nach vier Jahren Umlauf reif für den Schredder ist, können die Münzen locker 30 Jahre halten. Dafür kostet ihre Herstellung rund 30 Cent, was immer noch ein Geschäft wäre, wenn sie denn irgendjemand auch benutzen würde. Jetzt füllen die Ein-Dollar-Münzen mit den Porträts aller Präsidenten sowie der Indianerin Sacagawea erst einmal die schwer bewachten Keller der Münzanstalten und Banken. Und dort wird der Platz so langsam knapp.

Zeit für einen Schlussverkauf

Doch was tun? Weder Demokraten noch Republikaner werden das Programm wohl stoppen, solange nicht alle „ihre“ Präsidenten auch in Münzform erhältlich sind. Vielleicht könnte man zumindest die weniger beliebten Staatsoberhäupter als Sonderangebot, zu, sagen wir mal, 99 Cent unter die Leute bringen, was für beide Seiten immer noch ein Geschäft wäre. Und wenn selbst das nicht klappt, dann muss halt der eine oder andere Staatsbedienstete sein Gehalt für ein paar Monate in großen, schweren Tüten nach Hause tragen. Wo er die ungeliebten Münzen loswird, ist dann sein Problem.

Original, Google Cache, archive.org

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