Dem Flughafen Flügel verleihen

Der Emir von Dubai hat ehrgeizige Pläne: Der Flughafen Dubai soll wachsen, langfristig mehr als doppelt so groß und eines der wichtigsten Drehkreuze weltweit werden. Die Betreibergesellschaft plant, in den kommenden zehn Jahren fast acht Milliarden Dollar zu investieren.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Hörfunkbüro Dubai

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Eine von zurzeit 153 Emirates-Maschinen beim Start in Dubai

Emirates Airlines braucht Platz und Infrastruktur, sonst kann die Fluggesellschaft nicht wie geplant wachsen. Derzeit hat Emirates 153 Maschinen, alles Großraumflugzeuge. 200 weitere Flieger sind bestellt, fast jeder zweite ein Doppeldecker-Airbus. In den nächsten zehn Jahren will Dubai deshalb fast acht Milliarden US-Dollar ausgeben, um den Flughafen Dubai International zu erweitern. Derzeit hat er eine jährliche Kapazität von 60 Millionen Passagieren, in sieben Jahren sollen es 90 Millionen sein. Der Herrscher des Emirats, Scheich Mohammed bin Raschid al Maktum, hat die entsprechenden Pläne der Betreibergesellschaft Dubai Airports soeben abgenickt.

Was die Zahl internationaler Passagiere betrifft, ist Dubai International weltweit bereits die Nummer vier, Ende des Jahres vielleicht schon die Nummer drei. 2015 will man die Nummer eins sein. Und nicht nur Emirates braucht mehr Platz. Auch die Billig-Airline flydubai. Sie ist vor drei Jahren gestartet und wächst beständig.

Bei der Entwicklung zu einem der wichtigsten Luftverkehrsknoten der Welt profitiert Dubai von seiner Rolle als Handelszentrum der arabischen Welt – und von seiner günstigen geografischen Lage, von der aus sich die Wachstumsmärkte in Asien hervorragend bedienen lassen. Sie haben die weltweite Wirtschaftskrise von 2008/2009 längst überwunden.

Luftfahrt erwirtschaftet fast ein Drittel des BIP

Für die wirtschaftliche Entwicklung zu Hause in Dubai wächst die Luftfahrtbranche nun in eine Schlüsselrolle. Wie das Institut Oxford Economics vorhersagt, wird 2020 mehr als jeder Fünfte in Dubai im Luftfahrtsektor beschäftigt sein. Und dieser Sektor wird dann ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Derzeit sind es schon 28 Prozent.

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Der Chef der Betreibergesellschaft, Griffiths, präsentiert die Ausbaupläne.

Was Dubai International so attraktiv mache, seien nicht zuletzt die niedrigen Gebühren, die die Airlines zu zahlen hätten, sagt Paul Griffiths, Chef der Betreibergesellschaft. Da es hier keine Steuern gebe, könne man mehr als 50 Prozent günstiger als zum Beispiel Amsterdam sein, sagte Griffiths. Schon jetzt verdient die Betreibergesellschaft das meiste Geld mit den Duty-Free-Geschäften, Restaurants und Boutiquen am Flughafen.

Mit den steigenden Einnahmen aus diesem Bereich wolle man die nächsten Bauphasen des neuen Flughafens finanzieren – wenn an Dubai World Central weiter gearbeitet wird. Derzeit werden dort nur Frachtflüge abgewickelt. Wenn Dubai World Central komplett fertiggestellt ist – voraussichtlich im Jahr 2023 – soll allein dieser Teil des Airports eine Kapazität von 160 Millionen Passagieren pro Jahr haben. Das ist zweieinhalb Mal so viel wie die derzeitige Kapazität des Frankfurter Flughafens.

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