Jemens Präsident Saleh zeigt sich im Staatsfernsehen

Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh bei seiner Fernsehansprache
Erstmals seit Wochen meldete sich der umstrittene Präsident des Jemens wieder zur Wort.

Der umstrittene jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh hat sich erstmals seit Wochen wieder im Fernsehen gezeigt. Mehr als einen Monat nach einem Anschlag auf den Präsidentenpalast in Sanaa hielt er eine kurze Ansprache, die in einem Militärkrankenhaus in Saudi-Arabien aufgezeichnet wurde.

Die Konfliktparteien im Jemen rief Saleh zum „Dialog“ auf. Mit sichtbaren Verbrennungen im Gesicht sagte er, seine Gegner hätten ein falsches Verständnis von Demokratie. Er habe sich nach der Attacke auf seinen Palast im Juni acht Operationen unterziehen müssen. Seine Hände und Arme waren bandagiert. Dem saudischen Königshaus dankte er für ärztliche Behandlung. Einen Zeitpunkt für seine mehrfach angekündigte Rückkehr in die jemenitische Haupstadt Sanaa nannte er nicht.

In der Hauptstadt des Jemens zündeten Anhänger nach Angaben der Staatsmedien ein Feuerwerk, um den Auftritt des Präsidenten im Fernsehen zu feiern. In zahlreichen anderen Städten habe es Freudenschüsse gegeben.

Der seit mehr als 30 Jahren herrschende Staatschef war Anfang Juni auf seinem Anwesen Ziel eines Angriffs geworden, bei dem er sich schwere Brandwunden zuzog. Kurz darauf war er zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien ausgeflogen worden. Sein sich weiter hinziehender Aufenthalt im Nachbarland nährte deshalb Gerüchte über das Ausmaß seiner Verletzungen.

Zahlreiche Tote bei schweren Zusammenstößen

Rauchwolke über der jemenitischen Hauptstadt Sanaa
Über Wochen hinweg kam es zu landesweit zu Gefechten, so auch in Sanaa (Archiv).

Seit Februar versucht eine Protestbewegung, den seit 1978 amtierenden Saleh aus dem Amt zu drängen. Dabei kam es über Wochen hinweg in vielen Teilen des Landes zu schweren Zusammenstößen zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften. Es wurden zahreiche Menschen getötet, Aufständische berichteten mehrfach von gezielten Schüsse auf Demonstranten. Im Rahmen der Kämpfe brachen zudem wieder alte Stammesfehden auf, was die Stimmung im Land weiter aufheizte. Weite Teile des Jemen gelten inzwischen als unregierbar.

Original, Google Cache, archive.org

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