Pakistans Armee soll in Karatschi für Ruhe sorgen

Nach schweren Unruhen in Pakistans größter Stadt Karatschi hat die Regierung zusätzliche Soldaten in die 15-Millionen-Einwohner-Metropole geschickt. Bei den seit vier Tagen andauernden Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Volksgruppen sollen 70 Menschen getötet worden sein.

Von Sabina Matthay, ARD-Hörfunkstudio Südasien

In manchen Stadtteilen von Karatschi trauen die Einwohner sich nicht mehr aus den Häusern. Allein am Donnerstag starben nach Angaben der Polizei 33 Menschen bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen in der pakistanischen Handelsmetropole. Seit Anfang der Woche zählen die Behörden 70 Tote und mehr als 100 Verletzte. Die pakistanische Regierung hat nun eintausend Mitglieder des paramilitärischen Grenzkorps nach Karatschi beordert, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Neue Welle der Gewalt

Schwere Unruhen in Karatschi
Seit tagen liefern sich verfeindete Volksgruppen in Karatschi blutige Auseinandersetzungen.

Diese erneute Welle der Gewalt in der Hafenstadt begann am Dienstag mit dem Mord an einem Lokalpolitiker der paschtunischen Awami Nation Party ANP. Die ANP konkurriert mit der urdu-sprachigen MQM (Muttahida Qaumi Movement) um die politische Vorherrschaft in Karachi. Bewaffnete Gruppen, die den beiden Parteien nahe stehen, liefern sich seit langem Revierkämpfe, erpressen Schutzgelder und eignen sich widerrechtlich Bauland in der Hafenstadt an.

Kind stirbt im Kreuzfeuer

Neben Mitgliedern von ANP und MQM starben diese Woche auch Unbeteiligte: Ein fünf-jähriges Mädchen wurde im Kreuzfeuer der rivalisierenden Gruppen getötet. Ein anderes Mal stoppten Bewaffnete einen Kleinbus und schossen auf die Insassen.

Seit Anfang des Jahres seien mehr als 1100 Menschen der ethnisch-politisch motivierten Gewalt in Karatschi zum Opfer gefallen, heißt es in einem gerade veröffentlichten Bericht der pakistanischen Menschenrechtskommission.

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