Ägyptens Regierung geht auf Demonstranten zu

Ägyptens Übergangsregierung macht nach den jüngsten Protesten Zugeständnisse an die Demonstranten. Sie will alle Polizisten aus dem Dienst entlassen, die während der Massenproteste Anfang des Jahres an der Tötung von Demonstranten beteiligt waren. Übergangsregierungschef Essam Scharaf sagte im staatlichen Fernsehen, er habe Innenminister Mansur al Essawi angewiesen, alle Verdächtigen aus dem Dienst zu entfernen. Die Gerichtsverfahren gegen sie und gegen andere, die der Korruption beschuldigt werden, sollen beschleunigt werden.

Scharaf reagierte damit auf die Proteste Tausender, die seit Freitag in der Innenstadt von Kairo gegen die aus ihrer Sicht zu lasche Verfolgung der Schuldigen von damals protestieren. Viele von ihnen sind zudem frustriert, weil sie finden, dass sich im Staatsapparat seit der Entmachtung von Präsident Husni Mubarak im Februar nicht wirklich viel verändert hat.

Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo
Sie wollen wieder ausharren: Demonstranten auf dem Tahrir-Platz am 9. Juli.

Demonstranten wollen bleiben

Nachdem sich am Freitag Zehntausende auf dem Tahrir-Platz in Kairo zusammengefunden hatten, waren es am Samstagabend noch einige Hundert. Sie kündigten an, auszuharren, bis alle Vertreter des gestürzten Mubarak-Regimes aus ihren Ämtern entfernt und jene zur Rechenschaft gezogen würden, die für den Tod hunderter Menschen während des Aufstands verantwortlich seien.

Bei den Demonstrationen Anfang des Jahres gegen Mubarak waren 846 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt worden. Mubarak selbst soll sich ab dem 3. August vor Gericht verantworten.

Original, Google Cache, archive.org

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