BP will weniger zahlen

Löschboote im Einsatz gegen das Feuer auf der Ölplattform
BP: „Tourismus und Fischfang boomen“

Der britische Ölkonzern BP will nach der Ölpest im Golf von Mexiko Entschädigungen stutzen, die zukünftige Einbußen Betroffener ausgleichen sollen. Da sich die Region erholt habe, sollten die Zahlungen für künftige Einbußen Einzelner und Unternehmen eingestellt werden, heißt es in einem Papier des Konzerns an den staatlich verwalteten Entschädigungsfonds (GCCF). Demzufolge boomt die Tourismusindustrie, die staatlichen Fischgründe seien wiedereröffnet und die jüngste Krabbenfang-Saison sei die beste seit Jahren gewesen.

Als Folge der Ölpest hatte BP auf Druck der US-Regierung den mit 20 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) ausgestatteten Fonds eingerichtet, aus dem Opfer der Katastrophe entschädigt werden sollen. BP machte in dem Dokument jedoch auch klar, dass der Konzern „sich weiterhin verpflichtet fühlt, alle legitimen Ansprüche zu begleichen“. Allerdings müsse der GCCF seine Bewertung künftiger Verluste überprüfen, forderte BP. Es gebe „mehrere Stränge von Beweisen“, die zeigten, dass die Erholung der Wirtschaft am Golf schon Ende 2010 eingesetzt habe und sich die positive Entwicklung 2011 fortgesetzt habe.

BP: Schäden zu hoch angesetzt

Die Wirtschaft der Region sei „stark“, und es gebe keine Grundlage anzunehmen, dass Antragsteller, „von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen“, künftige Einbußen aufgrund der Ölpest befürchten müssten.

BP hat die Kosten der Katastrophe 2010 auf 41,3 Milliarden Dollar beziffert, 20 Milliarden Dollar davon für die Entschädigung der Opfer. Bislang hat der Entschädigungsfonds mehr als 4,5 Milliarden Dollar an über 195.000 Betroffene ausgezahlt. Anfang des Jahres hatte der Konzern den Verwalter des Entschädigungsfonds, Kenneth Feinberg, bereits dafür kritisiert, mögliche zukünftige Schäden zu hoch anzusetzen. Der Fonds hatte im August 2010 die Verwaltung der Ausgleichszahlungen übernommen, das Programm soll bis 2013 laufen.

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Die BP-Ölbohr-Plattform „Deepwater Horizon“ war im im April 2010 explodiert und gesunken. Bei der Explosion der Bohrinsel kamen elf Arbeiter ums Leben, im Anschluss flossen 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer. Die US-Küste wurde dadurch genauso wie wichtige Krabben- und Fischfang-Gewässer verschmutzt. Touristen blieben der Unglücksregion fern. Es war die schlimmste Ölpest der Geschichte.

Original, Google Cache, archive.org

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