Malaysische Polizei nimmt hunderte Demonstranten fest

Polizei und tausende Demonstranten
Regierungsgegner fordern transparentere Wahlgesetze.

Um eine von der Regierung verbotene Kundgebung zu verhindern, hat die malaysische Polizei hunderte Aktivisten festgenommen, und Teile der Hauptstadt Kuala Lumpur abgeriegelt. Bei einer Demonstration für Wahlrechtsreformen setzte die Polizei auch Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

670 Menschen seien auf der von der Regierung verbotenen Kundgebung festgenommen worden, teilte die Bundespolizei in einer Stellungnahme mit. Oppositionsführer Anwar Ibrahim schrieb bei Twitter, er habe bei dem Tränengaseinsatz „leichte Verletzungen“ erlitten.

„Harte Maßnahmen gegen jene, die sich widersetzen“

Die Proteste wurden von den oppositionellen Bersih-Bürgergruppen organisiert. Die Gegner der Regierungskoalition von Ministerpräsident Najib Razak fordern vor der für Mitte 2012 erwarteten Wahl fairere und transparentere Wahlgesetze. Sie fordern eine Überarbeitung der Wählerlisten, Maßnahmen zur Verhinderung von Wahlbetrug und mehr Möglichkeiten für Oppositionsparteien, in regierungsnahen Medien zu werben.

Sicherheitskräfte setzen Wasserwerfer ein
Mit Tränengas und Wasserwerfern gingen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vor.

Vor Beginn der Demonstration riegelte die Polizei zahlreiche Straßen ab und sperrte Bahnhöfe. Außerdem postierte sie Wasserwerfer in der Nähe des Unabhängigkeitsstadions, wo sich die Aktivisten versammelten. „Die Öffentlichkeit wird daran erinnert, nicht an irgendwelchen Demonstrationen teilzunehmen“, hieß es in einer Erklärung der Polizei. „Harte Maßnahmen werden gegen jene ergriffen, die sich widersetzen.“

Die regierende Nationalfront ist seit der Unabhängigkeit Malaysias von Großbritannien im Jahr 1957 an der Macht. Ministerpräsident Najib Razak übernahm 2009 die Regierungsgeschäfte.

Original, Google Cache, archive.org

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