Israel will 120 Aktivisten am Wochenende abschieben


Aktivisten im Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.

Die israelischen Behörden haben angekündigt, am Wochenende die mehr als 120 inhaftierten pro-palästinensischen Aktivisten abschieben zu wollen. Sie waren im Zuge einer internationalen Solidaritätsaktion am Flughafen in Tel Aviv gelandet, wo ihnen aus Sicherheitsgründen die Einreise verweigert worden war.

Warten auf freie Plätze

Die meisten der festgesetzten Aktivisten waren offenbar Franzosen, weitere kamen aus den USA, Belgien, Bulgarien, Spanien und den Niederlanden. Auch mehrere Deutsche sollen nach Behördenangaben dabei sein. Sie wurden den Angaben zufolge in verschiedene israelische Gefängnisse gebracht, weil die Haftanstalt am Flughafen Ben Gurion bereits überfüllt war. Nach Angaben der Behördensprecherin sollen sie zurückgeschickt werden, sobald es Flugzeuge mit freien Plätzen gibt.

Pro-palästinensischer Israeli auf einer kleinen Demonstration auf dem israelischen Flughafen Ben Gurion International Airport
Pro-palästinensische Israelis protestierten im Flughafen…

Pro-palästinensische Aktivisten vor den Regierungsgebäuden in Tel Aviv
…und vor Regierungsgebäuden in Tel Aviv.

Die Fluglinien kündigten unterdessen Engpässe bei Flügen aus Tel Aviv an. „Wir befinden uns bereits in der Hauptreisezeit“, sagte der Sprecher einer europäischen Fluggesellschaft der israelischen Tageszeitung „Haaretz“. „Die Flüge sind alle ausgebucht.“ Große Gruppen wie die pro-palästinensischen Aktivisten zu transportieren, könnte allein deshalb schwierig werden. „Sowohl personell als auch, was die Anzahl der Flugzeuge betrifft, sind wir darauf nicht vorbereitet“, sagte der Sprecher.

Ursprünglich hatten bis zu 600 Aktivisten über Israel in die Palästinensergebiete reisen wollen. Die Aktion sollte an den 9. Juli 2004 erinnern, als der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag die im Westjordanland errichtete Sperranlage für illegal erklärt hatte. Die Aktion wurde unabhängig von der internationalen Gaza-Hilfsflotte organisiert, die in griechischen Häfen von den dortigen Behörden aufgehalten wird.

Netanjahu sprach von „Provokateuren“

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor erklärt, jedes Land habe das Recht, „Provokateuren“ die Einreise zu verweigern. Eine Sprecherin der Aktivisten kritisierte hingegen, Israel behaupte „ohne jede Grundlage, dass diese Personen die öffentliche Ordnung stören und die Konfrontation mit den Sicherheitskräften suchen“.

Original, Google Cache, archive.org

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