Warnung vor Krieg und Hunger im Südsudan

Bärbel Dieckmann (Archivbild)
Welthungerhilfe-Präsidentin Dieckmann warnt vor einem Bürgerkrieg im Südsudan.

Die Welthungerhilfe hat anlässlich der Unabhängigkeit des Südsudan vor der Gefahr eines Bürgerkriegs in dem 54. Staat Afrikas gewarnt. Es wäre „höchst leichtfertig“ anzunehmen, dass die Abspaltung vom Norden des Landes ohne Konflikte ablaufen werden, sagte die Präsidentin der Hilfsorganisation, Bärbel Dieckmann, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Volksabstimmung für eine Unabhängigkeit vom Norden des Landes sei zwar richtig gewesen, weil ein Konsens über einen ungeteilten Sudan nicht möglich gewesen sei. Es gebe zurzeit aber „kriegerische Auseinandersetzungen“ im Grenzgebiet zwischen den beiden Landesteilen.

Dieckmann rief Deutschland, das derzeit den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat innehat, dazu auf, sich für ein Ende der gegenseitigen Angriffe einzusetzen. Viel im Südsudan hänge nun davon ab, langfristige Hilfe beim Staatsaufbau zu leisten. Sie forderte vor allem Investitionen in Straßen, Schulen und Krankenhäuser.

Nahrungsversorgung „derzeit nicht gewährleistet“

Gleichzeitig bezeichnete die Welthungerhilfe-Präsidentin die Lage vor Ort als „sehr angespannt“. Mitarbeiter berichteten von abgemagerten Menschen, die zum Teil bereits das Saatgut für die kommende Saison essen würden. Dies würde zu Ausfällen bei der nächsten Ernte führen. Die Nahrungsversorgung sei „derzeit nicht gewährleistet“. Nach Schätzungen ihrer Organisation seien 40 Prozent der Kinder unterernährt.

Bereits vor einigen Tagen hatte Dieckmann um langfristige Hilfe für den neuen Staat im Osten Afrikas geworben. Viele Flüchtlinge seien nach dem langen Bürgerkrieg völlig mittellos. „Wir dürfen dem Verhungern in Freiheit nicht tatenlos zuschauen.“ Dieckmann hatte dabei auch ein Notprogamm der Welthungerhilfe angekündigt, das 30.000 Menschen sechs Monate lang mit Lebensmitteln versorgen soll.

Karte Sudan und Südsudan
Die Krisenregion Darfur verbleibt nach der Unabhängigkeit des Südsudans beim Norden.

Dürre am Horn von Afrika

Auch andere Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen hatten vor den den Folgen einer schweren Dürre am Horn von Afrika gewarnt. In den an den Südsudan grenzenden Staaten Äthiopien, Kenia, Somalia und Uganda, sowie in Dschibuti seien zehn Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Welternährungsorganisation (FAO), des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen und der Hilfsorganisation Oxfam. Die internationale Gemeinschaft müsse die notwendigen „politischen, moralischen und finanziellen Mittel“ bereitstellen, die zur Beendigung der Krise notwendig seien.

Original, Google Cache, archive.org

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