Welt empfängt Südsudan mit offenen Armen

Unabhängigkeitsfeierlichkeiten im Südsudan
Der Freude über die Unabhängigkeit in Juba folgte die diplomatische Anerkennung.

Die Südsudanesen haben die Unabhängigkeit lange erwartet und dafür in einem blutigen Bürgerkrieg erbittert gekämpft. Dass die Abspaltung vom Norden am Ende nach einem Friedensabkommen und einem Referendum vollzogen wurde, legte auch den Grundstein für die internationale Anerkennung. An den Feierlichkeiten in Juba nahmen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie Präsidenten und Regierungsvertreter aus aller Welt teil.

Die ersten offiziellen Anerkennungen folgten bereits kurz nach Verlesung der Unabhängigkeitserklärung. Darunter auch die des Nordens, obwohl es zwischen beiden Seiten weiterhin zahlreiche ungeklärte Fragen gibt. So ist der Grenzverlauf stellenweise weiter umstritten und auch über die Höhe der Transitgebühren für südsudanesisches Erdöl durch den Norden wurde noch keine Einigkeit erzielt. „Der Wille der Bürger des Südens muss respektiert werden“, sagte der Präsident des Nordens, Omar al Baschir bei den Feierlichkeiten.

Auch das benachbarte Ägypten erkannte die Eigenständigkeit des 54. afrikanischen Staates an. Als Vertreter der Regierung in Kairo war Außenminister Mohammed al Orabi nach Juba gereist. Ägypten hatte die Spaltung des Sudan misstrauisch verfolgt, weil dadurch auch ein neuer Nil-Anrainer entsteht. Ägypten ist auf das Wasser des Flusses angewiesen.

Berlin und Paris erkennen Republik Südsudan an

Westerwelle
Außenminister Westerwelle begrüßte Südsudan in der Staatengemeinschaft. (Archivbild)

Glückwünsche gab es auch aus Berlin. „Ich begrüße die Republik Südsudan als jüngstes Mitglied der Staatengemeinschaft“, sagte Außenminister Guido Westerwelle, der allerdings nicht nach Afrika gereist war. Die offiziellen Dokumente lagen aber in Juba hinterlegt bereit. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilen, dass dies ein „Tag der Freude und der großen Hoffnung“ für die Menschen im Südsudan sei.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy beglückwünschte die politischen Führungen im Norden und im Süden des Sudans dazu, dass sie diesen historischen Schritt auf friedliche Weise vollzogen hätten. Er mahnte beide Seiten, sich so bald wie möglich auf die Modalitäten ihrer neuen Beziehung zu einigen. Auch Frankreich erkannte die Republik Südsudan völkerrechtlich an.

„Das Licht eines neuen Morgens“

Der neue südsudanesische Präsident Salva Kiir
Der neue südsudanesische Präsident Kiir wird vermutlich bald seine Antrittsbesuche absolvieren – viele mögliche Ziele gibt es bereits.

Die „Geburt einer neuen Nation“ wurde auch von US-Präsident Barack Obama begrüßt. „Der heutige Tag ist eine Erinnerung daran, dass nach der Dunkelheit des Krieges das Licht eines neuen Morgens möglich ist“, sagte er. Die Unabhängigkeit des Südsudan zeige erneut, dass ein neuer Anfang nach Kriegen möglich sei. Damit würdige das Weiße Haus die Generationen junger Südsudanesen, die „für diesen Tag gekämpft haben“. Beim Aufbau einer freien und demokratischen Gesellschaft seien die USA ein „treuer Partner“, versprach US-Außenministerin Hillary Clinton.

Anders als von der Regierung in Khartum erhofft, kündigte Obama aber kein unmittelbares Ende der US-Sanktionen gegen den Sudan an. Die USA hatten 1997 ein Handelsembargo gegen das Land verhängt, weil sie der Regierung in Khartum die Unterstützung von Terroristen vorwirft. Der Südsudan ist davon aber nicht betroffen.

Original, Google Cache, archive.org

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