Erst schießen, dann sprechen?

Assad im Parlament
Zur Abwechslung friedliche Töne: Syriens Staatschef Assad

In Syrien soll heute der von Präsident Baschar Assad angekündigte nationale Dialog mit der Opposition beginnen. Die meisten bekannten Regimekritiker wollen aber nicht teilnehmen, so lange Soldaten und Milizionäre auf Demonstranten schießen. Unter dem Motto „Nein zum Dialog“ waren am Freitag landesweit Zehntausende von Assad-Gegnern auf die Straße gegangen.

Die syrische Regierung bietet Gespräche zur Vorbereitung einer großen Reformkonferenz an. Bei dieser Konferenz soll es dann um eine Verfassungsänderung, ein Parteiengesetz und ein neues Wahlgesetz gehen.

Doch das Misstrauen der Regimegegner ist groß. Die meisten von ihnen halten den Dialog, der von Vizepräsident Faruk al-Scharaa geleitet werden soll, für eine Propagandaveranstaltung.

Schießbefehl für Soldaten?

Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ warf Syrien unterdessen vor, Schießbefehl gegen unbewaffnete Demonstranten erteilt haben. Das geht aus einem Bericht hervor, für den die Organisation nach eigenen Angaben acht in die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien geflüchtete Soldaten befragt hat. Sie hätten den Befehl erhalten, „Demonstranten zu erschießen“, um diese auseinanderzutreiben, werden die Überläufer in dem in Beirut verbreiteten Bericht zitiert.

Die Vorgesetzten hätten ihnen gesagt, sie würden Eindringlinge und Terroristen bekämpfen. Stattdessen hätten sie sich unbewaffneten Demonstranten gegenübergesehen. Seit Beginn der Protestwelle gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar Assad Mitte März wurden nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 1750 Menschen getötet.

Original, Google Cache, archive.org

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