USA wollen offenbar Militärhilfen für Pakistan streichen

Militär im Swat-Tal
Militär im Swat Tal: Pakistan wird wohl auf Millionenhilfen verzichten müssen.

Die USA legen einem Zeitungsbericht zufolge hunderte Millionen Dollar der Militärhilfe für Pakistan auf Eis. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf ranghohe US-Regierungsvertreter berichtet, geht es um Hilfen und Ausrüstung im Umfang von rund 800 Millionen Dollar (560 Millionen Euro), die auf Eis gelegt oder ganz gestrichen werden könnten. Das sei mehr als ein Drittel der jährlichen Zahlungen von über zwei Milliarden Dollar. Dieser Schritt könnte die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen beiden Staaten weiter verschärfen.

Konkret geht es laut „NYT“ unter anderem um rund 300 Millionen Dollar, mit denen Washington die Stationierung von mehr als 100.000 pakistanischen Soldaten an der Grenze zu Afghanistan unterstützt. Zudem seien hunderte Millionen Dollar für Ausbildungshilfen und Ausrüstung betroffen. Die USA werfen Pakistan vor, nicht entschieden genug gegen radikalislamische Taliban-Kämpfer und Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida vorzugehen. Auch sei die US-Regierung verärgert, dass Pakistan in den vergangenen Wochen mehr als 100 US-Militärausbilder ausgewiesen habe.

Spannungen seit Tötung von Bin Laden

Die USA betrachten Pakistan als Schlüsselverbündeten für die Terrorabwehr und für ihren Einsatz im benachbarten Afghanistan. Seit der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Spezialkommando Anfang Mai im pakistanischen Abbottabad ist das Verhältnis zu Islamabad jedoch stark belastet. Der Einsatz war mit Pakistan nicht abgesprochen und hatte zutage gebracht, dass der Terrorchef schon lange unbehelligt in Pakistan lebte. Dies warf Fragen zu einer möglichen Komplizenschaft Pakistans auf.

Dossier

Das Ende von Osama Bin Laden
Der Staatsfeind Nummer eins der USA ist tot: Fast zehn Jahre nach dem 11. September 2001 hat ein US-Spezialkommando den Chef des Terrornetzwerks Al Kaida, Osama Bin Laden, in Pakistan getötet. Nun hofft die internationale Gemeinschaft, durch den Tod Bin Ladens werde der internationale Terrorismus geschwächt.

US-Parlamentarier bringen Rekord-Miltäretat auf den Weg

Das US-Repräsentantenhaus hatte gestern eine Aufstockung des Militäretats beschlossen – trotz des immensen Schuldenbergs. In die nie zuvor erreichte Summe von 649 Milliarden Dollar sind 119 Milliarden allein für die Kriege im Irak und in Afghanistan gerechnet. Parlamentarier aus beiden Parteien erklärten, dass die nationale Sicherheit und die Belange des Militärs den dringend nötigen Sparbemühungen nicht zum Opfer fallen dürften. Der Senat muss den Plänen noch zustimmen.

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