Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in der Wolga

Nach der schweren Schiffskatastrophe auf der Wolga gibt es nach offiziellen Angaben kaum noch Hoffnung auf Überlebende unter den mehr als 100 Vermissten. Die Chancen seien minimal, teilte das russische Zivilschutzministerium nach Angaben der Agentur Interfax am Sonntagabend mit.

Augenzeugen hatten zuvor von vielen Passagieren berichtet, darunter auch Kinder, die bei dem Unglück ertrunken seien. Etwa 80 Schiffsinsassen waren gerettet worden. Demnach begannen Taucher in der Nacht mit der Suche nach Leichen in dem Schiffswrack auf dem Grund der Wolga. Offiziell bestätigt waren zunächst drei Tote.

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  • Schiffsunglück auf der Wolga
  • Länge: 0:01:00
  • Datum: 2011-07-10T20:15:00.000+02:00

Die mehr als 50 Jahre alte „Bulgaria“ war am Nachmittag mit 185 Menschen an Bord bei Sjukejewo etwa 80 Kilometer von Kasan – der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan – entfernt gesunken. Zum Unglückszeitpunkt gab es ein schweres Unwetter. Ein nachfolgendes Kreuzfahrtschiff habe Dutzende Menschen gerettet, teilten die Behörden mit.

„Der Kapitän hätte wissen müssen, dass das Wetter keine Kreuzfahrten erlaubt“, sagte ein Sprecher der örtlichen Zivilschutzbehörde nach Angaben der Agentur Interfax. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Unglück geführt haben: das Unwetter, das hohe Alter des Schiffs sowie unzureichende Sicherheitsvorkehrungen an Bord, hieß es.

Untergang innerhalb weniger Minuten

Die „Bulgaria“ sank nach Augenzeugenberichten innerhalb weniger Minuten. An der Unglücksstelle ist die Wolga gestaut, etwa drei Kilometer breit und etwa 20 Meter tief. Das Schiff des Reiseanbieters „Agroretschtur“ war nach Medienberichten um 1955 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut worden.

Präsident Dimitri Medwedjew ordnete einen Großeinsatz von Rettungskräften an. Das Zivilschutzministerium schickte ein Rettungsflugzeug mit Sondereinsatzkräften in die Region. Die Generalstaatsanwaltschaft entsandte Sonderermittler.


Das Schiff „Bulgaria“ (undatiertes Foto). Es wurde in den späten 50-er Jahren in der Tschechoslowakei gebaut.

Schiffsunglück auf der Wolga.
An der Unglücksstelle in der Nähe von Kasan soll der Fluss etwa 20 Meter tief sein.

Original, Google Cache, archive.org

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