Tote nach verheerender Explosion in Zypern

Bei einer schweren Explosion auf der Mittelmeerinsel Zypern sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, mehrere seien verletzt. Durch die enorme Druckwelle wurden der Stützpunkt, ein nahe gelegenes Elektrizitätswerk sowie mehrere Wohnhäuser schwer beschädigt.

„Überall liegen Splitter und Scherben“

Wie der zyprische Rundfunk berichtete, waren einige Container mit Munition explodiert. Über dem Stützpunkt steige eine dicke Rauchsäule in den Himmel. In der Ortschaft Mari seien fast alle Gebäude durch die Druckwellen der Explosionen beschädigt worden. „Überall hier liegen Splitter und Scherben“, sagte der Besitzer einer Taverne dem Sender. Auf der Autobahn Larnaka-Limassol wurden Autofahrer durch Splitter verletzt. „Aus dem Himmel kamen Holzlatten, Eisenstangen, ganze Teile von Dächern auf uns runter“, schilderte eine Autofahrerin im Fernsehen. Die Detonationen seien „ohrenbetäubend“ gewesen, hieß es. Die Krankenhäuser riefen die Bürger zu Blutspenden auf.

Der Grund für die Detonation auf dem Militärstützpunkt Evangelos Florakis nahe der Ortschaft Zygi ist noch unklar. Das Verteidigungsministerium vermutet, dass sich ein Buschbrand ausgedehnt und die Munitionsbehälter entzündet hat.

Explosion auf Militärbasis in Zypern
Mehrere Menschen sind bei der Explosion ums Leben gekommen.

Beschädigtes Elektrizitätswerk in Zypern
Das Elektrizitätswerk Vasiliko wurde schwer beschädigt.

Zyperns Elektrizitätsgesellschaft rief alle Bürger auf, Strom zu sparen und Generatoren und Klimaanlagen auszustellen. Da das ausgefallene Elektrizitätswerk in der Nähe des Stützpunkts den Großteil der Energie auf der Insel produziere, drohe ein allgemeiner Stromausfall. „Es ist eine biblische Katatrophe“, sagte ein Sprecher der Elektrizitätsgesellschaft. Zwei kleinere Kraftwerke bemühten sich, die Versorgung sicherzustellen.

Munition stammte aus illegalem Transport

Nach Information des staatlichen Rundfunks lagerten die Munitionscontainer im Hafen des Stützpunkts. Wie es hieß, stammen sie aus einem illegalen Transport aus dem Iran nach Syrien und waren vor drei Jahren an Bord eines Frachters vor Zypern beschlagnahmt worden. Seitdem hätten sie auf dem Stützpunkt gestanden.

Karte Zypern Zygi

Original, Google Cache, archive.org

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