Merkel verspricht Hilfe für Flüchtlingslager

Angela Merkel in Kenia
Angela Merkel wurde vom kenianischen Staatspräsidenten Mwai Kibaki empfangen.

Zum Auftakt ihrer Afrika-Reise hat Bundeskanzlerin Merkel Kenia eine Million Euro Soforthilfe für ein Flüchtlingslager zugesagt. Es handele sich dabei um das weltgrößte Camp Dadaab, in dem rund 350.000 Menschen leben, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Das Lager liegt rund 100 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt.

Der Chef des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, hatte am Montag die Internationale Gemeinschaft zu Spenden aufgerufen und von der derzeit schlimmsten humanitären Katastrophe weltweit gesprochen. Dadaab war ursprünglich für 90.000 Menschen gebaut worden.

Merkel fordert mehr Anstrengungen in der Landwirtschaft

Merkel appellierte an Kenia, mehr Vorsorge in der Landwirtschaft zu treffen, um Hungersnöte zu vermeiden. Auch hier wolle Deutschland helfen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die die Kanzlerin auf ihrer Afrika-Reise begleitet, sagte, in vielen Ländern lägen riesige Agrarflächen brach, andererseits gebe es dramatische Ernteverluste, weil es oft keine Kühlung oder geeignete Transportmittel für die Nahrungsmittel gebe. Kenia habe gute Ernten gehabt, aber nichts zurückgelegt – „nicht einmal Saatgut“.

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Konkurrenz aus China

Bei Gesprächen mit Staatspräsident Mwai Kibaki und Premierminister Raila Odinga würdigte die Kanzlerin die Bemühungen der Regierung, gegen Korruption anzugehen und für mehr Rechtssicherheit zu sorgen. „Wir wollen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kenia und Deutschland stärken. Dafür sind sichere Rahmenbedingungen für Investitionen notwendig“, sagte sie.

Odinga sicherte der Bundesregierung zwar ein „investitionsfreundliches Klima“ zu, machte aber deutlich, dass andere Staaten – allen voran China – in Kenia bereits kräftig investierten. Es gehe dabei um Bereiche, aus den sich Europa zurückgezogen habe, sagte er mit Blick auf Chinas Investitionen beim Straßen-, Schienen- und Flughafenausbau.

DIHK fordert Zugang zu Seltenen Erden

Am Abend fliegt Merkel, die auch von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird, nach Angola weiter, letzte Station ihrer Reise ist am Mittwoch Nigeria. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Martin Wansleben, forderte die Kanzlerin auf, sich für die deutschen Rohstoffinteressen stark zu machen. „Die deutsche Wirtschaft erhofft sich von der Kanzlerin Engagement für einen weiterhin freien Zugang zu Afrikas Rohstoffen“, sagte Wansleben der „Passauer Neuen Presse“. Dabei gehe es nicht nur um Öl und Gas, sondern auch um die sogenannten Seltenen Erden, für die zuletzt häufiger chinesische Unternehmen Exklusivverträge abgeschlossen hatten.

Ein Nutzen für die lokale Bevölkerung werde erst durch „verantwortungsvolle Investoren“ sichergestellt. „Deutschen Unternehmen eilt auch in Afrika der Ruf voraus, Qualität mit hohen ökologischen und sozialen Standards zu verbinden“, so Wansleben weiter.

Angela Merkel in Kenia
Empfang mit militärischen Ehren: Angela Merkel bei ihrer Ankunft in der kenianischen Hauptstadt Nairobi

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