Dutzende Tote bei Drohnenattacken in Pakistan

Bei einem der schwersten US-Drohnenangriffe auf Ziele in Pakistan sind Dutzende mutmaßliche Extremisten getötet worden. In mehreren Angriffswellen seien in 24 Stunden mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen, teilten pakistanische Geheimdienstmitarbeiter mit.

Die Drohnen feuerten auf Ziele in Nord- und Süd-Wasiristan an der Grenze zu Afghanistan. In der Bergregion haben sich Extremisten verschanzt, die immer wieder US- und NATO-Soldaten in Afghanistan angreifen. Die Drohnenattacken belasten allerdings – auch wegen ziviler Opfer – das ohnehin angespannte Verhältnis der USA und Pakistans. „Natürlich ist die Zahl der Opfer sehr hoch und das wird die angeschlagenen Beziehungen weiter belasten“, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der pakistanischen Sicherheitsbehörden. Bislang verurteilt Pakistan zwar US-amerikanische Drohnenangriffe öffentlich, arbeitet aber mit den USA zusammen.

Karte: Wasiristan
Die von US-Spezialisten ferngesteuerten Drohnen nehmen in den Stammesgebieten seit Jahren Aufständische und Terroristen ins Visier.

Pakistan droht mit Abzug von Soldaten aus der Grenzregion

Am Sonntag hatte die US-Regierung angekündigt, 800 Millionen Dollar Militärhilfe für Pakistan zurückzuhalten. Pakistan drohte jetzt im Gegenzug mit einem Abzug von Soldaten aus der Grenzregion. Verteidigungsminister Ahmad Mukhtar plane, zunächst etwa 1100 Militärposten zu schließen, sollte das Geld nicht freigegeben werden, berichtete die Zeitung „Express Tribune“. Zudem werde erwogen, Soldaten aus den Taliban-Rückzugsgebieten im Nordwesten Pakistans abzuziehen. Mukhtar sagte, jährlich würden allein 300 Millionen Dollar aus der US-Hilfe für den Anti-Terror-Kampf eingesetzt.

Die USA haben ihre Raketenangriffe durch unbemannte Flugzeuge auf Extremisten-Stellungen seit der Tötung Osama bin Ladens im Mai intensiviert. Pakistan sieht durch diese Angriffe die Bemühungen erschwert, die Extremisten in der Grenzregion zu isolieren.

Original, Google Cache, archive.org

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