Seeräuber gehen größere Risiken ein

Piraterie Somalia
Die mit Abstand meisten Piraten kommen weiter aus Somalia.

Die Zahl von Piraten-Überfällen auf Frachtschiffe ist in der ersten Jahreshälfte um ein Drittel gestiegen. Zudem gingen die Piraten immer brutaler vor und setzten immer größere Waffen ein, heißt es in einem Bericht des Internationalen Seefahrtsbüros. Allerdings seien bei Angriffen vor der somalischen Küste am Horn von Afrika und andernorts immer seltener Geiseln genommen worden.

„In den vergangenen sechs Monaten haben somalische Piraten mehr Schiffe angegriffen als jemals zuvor“, erklärte IMB-Direktor Pottengal Mukundan. „Dabei nehmen sie immer höhere Risiken in Kauf.“ So hätten Piraten im Juni erstmals bei stürmischer See während der Monsun-Zeit im Indischen Ozean Schiffe unter Beschuss genommen. In der Vergangenheit hätten sie bei solchem Wetter auf Überfälle verzichtet, ergänzte er. Angriffe auf Öl- und Chemietanker hätten um 36 Prozent zugenommen. Dabei kämen automatische Waffen und Panzerfäuste zum Einsatz.

Weltweit seien im ersten Halbjahr 266 Überfälle verzeichnet worden – nach knapp 200 im Vorjahreszeitraum. 60 Prozent der Überfälle würden von somalischen Piraten verübt, teilte die Behörde weiter mit. Diese nutzen nach EU-Angaben vermehrt gekaperte Handelsfrachter als Basis für ihre Übergriffe und haben damit ihren Aktionsradius von der Küste Afrikas bis weit in den Indischen Ozean ausgeweitet. Zuvor hatten sie lediglich kleine Boote mit Außenbordmotor verwendet.

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