RWE und Gazprom verkünden Partnerschaft

Der Energieversorger RWE will mit dem russischen Gazprom-Konzern im Kraftwerksbereich zusammenarbeiten. Die Konzerne unterzeichneten dazu eine Absichtserklärung. Die Unternehmen wollen verhandeln, wie bestehende oder neu zu errichtende Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Beneluxländern in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden können.

RWE hat nach eigenen Angaben das Recht, für die Dauer von drei Monaten exklusiv mit Gazprom über die Umsetzung von Energieprojekten zu verhandeln. „Wenn dieses ‚Memorandum of Understanding‘ umgesetzt wird, kann es eine sichere und wettbewerbsfähige Gasversorgung für RWE garantieren“, sagte RWE-Chef Jürgen Großmann.

RWE steht weiter zu Nabucco

Ungeachtet der Zusammenarbeit will RWE die Pläne zum Bau der Nabucco-Gaspipeline weiter vorantreiben. „Wir halten an den Plänen fest“, sagte eine RWE-Sprecherin am Donnerstag. Den Russen ist das Projekt, an dem unter anderem die österreichische OMV beteiligt ist, ein Dorn im Auge. Durch die Gaspipeline, deren Bau noch nicht gesichert ist, soll ab 2017 kaspisches Gas nach Europa strömen – ohne russische Beteiligung.

Hintergrund

Pipeline-Projekte
Der Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream zwischen dem russischen Wyborg und Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern ist eines von mehreren milliardenschweren Pipeline-Projekten, die Europa mit Gas versorgen sollen. tagesschau.de stellt die Vorhaben vor.

Über eine Zusammenarbeit der beiden Energieriesen war bereits in den vergangenen Tagen spekuliert worden. Gazprom, bereits jetzt der wichtigste Gaslieferant Deutschlands, hat seit langem Interesse an einem stärkeren Engagement hierzulande.

Atomausstieg macht RWE zu schaffen

RWE steht nach dem Atomausstieg in Deutschland unter Druck und erwägt deshalb eine Kapitalerhöhung. Die bisherigen Konsolidierungspläne reichten vermutlich nicht aus, um die Ratingagenturen von der finanziellen Stärke des Versorgers zu überzeugen, hatte Großmann vor einigen Tagen erklärt. Gazprom-Chef Miller hatte Ende Juni auf der Hauptversammlung seines Unternehmens angekündigt, sich im Zuge des Atomausstiegs bei deutschen Stromerzeugern einkaufen zu wollen. Der staatlich kontrollierte Konzern spreche bereits über die Beteiligung an Gaskraftwerken mit E.ON, Wintershall, RWE und unabhängigen Produzenten.

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