Viele Tote bei PKK-Angriff auf türkische Soldaten

Türkischer Ministerpräsident Erdogan
Ministerpräsident Erdogan betonte die Entschlossenheit im Kampf gegen die PKK.

Bei dem schwersten Angriff durch kurdische Rebellen seit fast drei Jahren sind 13 türkische Soldaten getötet worden. Sieben Soldaten wurden laut offiziellen Angaben bei den Kämpfen in der südöstlichen Provinz verwundet, zwei von ihnen schwer. Nach Angaben aus örtlichen Sicherheitskreisen wurden auch sieben kurdische Rebellen getötet.

Die Soldaten waren demnach in einer Bergregion nahe der Stadt Silvan in einen Hinterhalt geraten, hieß es. Die Kämpfe hielten aus am Abend an, das Militär setzte Kampfhubschrauber ein.

Regierungschef Recep Tayyip Erdogan berief ein Sondertreffen mit den Chefs der Geheimdienste, dem Generalstab der Armee und Innenminister Besir Atalay ein. Im Anschluss erklärte er, die Türkei habe die Kraft und Entschlossenheit, die PKK zu bezwingen.

Öcalan drohte im Mai mit Krieg – und verlängerte Waffenstillstand

Im Mai hatte der inhaftierte PKK-Anführer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, mit einem Krieg gedroht, sollte es bis zum 15. Juni keine Verhandlungen über ein Ende des Konflikts geben, im Juni hatte er dann aber den Waffenstillstand verlängert.

Im Oktober 2008 waren bei einem Rebellenangriff auf einen Armeestützpunkt nahe der Grenze zum Irak 17 türkische Soldaten getötet worden. Ein Jahr zuvor hatte die türkische Armee mit Luftangriffen auf PKK-Stellungen im Norden des Irak auf einen Rebellenangriff mit zwölf getöteten türkischen Soldaten reagiert, im Februar 2008 führte sie deswegen eine achttägige Bodenoffensive gegen die PKK im Irak.

Die PKK kämpft seit 1984 für eine Autonomie der Kurdengebiete. Seitdem starben in dem Konflikt rund 45.000 Menschen.

Die PKK

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kämpft für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. In dem Guerillakrieg sind seit 1984 laut Schätzungen 40.000 Menschen getötet worden. Aktiv ist sie derzeit vor allem im mehrheitlich von Kurden bewohnten Nordirak. Die EU, die USA, die Türkei, der Irak und andere Staaten stufen die PKK als terroristische Vereinigung ein. In Deutschland ist die Organisation verboten.

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