Neue Zuflucht für bis zu 80.000 Somalis

Die kenianische Regierung hat zugestimmt, wegen der verheerenden Dürre in der Region ein weiteres Flüchtlingscamp an der Grenze zu Somalia zu eröffnen. Mit dem neuen Zentrum soll das völlig überfüllte Lager Dadaab entlastet werden, in dem fast 400.000 Menschen Zuflucht gesucht haben. Für 90.000 war es ursprünglich ausgelegt.

Kenia bittet abermals um Hilfe

Das neue Lager werde in spätestens zehn Tagen seine Pforten öffnen und rund 80.000 Menschen Platz bieten, berichtete der britische Sender BBC. „Obwohl wir an unsere eigene Sicherheit denken müssen, können wir die Flüchtlinge nicht zurückweisen“, sagte Ministerpräsident Raila Odinga. Die Situation im überfüllten Lager von Dadaab sei nicht hinnehmbar. Odinga unterstrich in diesem Zusammenhang, dass man seit langem um internationale Hilfe gebeten habe.

Vor wenigen Tagen hatte der Chef des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR), Antonio Guterres, die kenianische Regierung dringend zur Öffnung des neuen Zentrums aufgerufen. Nairobi hatte dies lange Zeit abgelehnt, da befürchtet wird, dass sich die Hunderttausenden Flüchtlinge – die vor allem aus Somalia in die Nachbarländer strömen – dauerhaft in Kenia niederlassen könnten.

Millionen Menschen sind betroffen

Die Dürre, es soll die schlimmste seit 60 Jahren sein, betrifft nach Angaben internationaler Hilfsorganisationen bis zu zwölf Millionen Menschen. Dass gerade die Bevölkerung von Somalia so unter den Folgen der Trockenheit leidet, ist aber auch damit zu erklären, dass sich das Land seit zwei Jahrzehnten im Bürgerkrieg befindet und praktisch keine staatlichen Strukturen mehr aufweist. Hilfe kann also fast nur noch von außen kommen.

Eine Mutter mit ihrem unterernährten Kind in einem Krankenhaus der somalischen Hauptstadt Mogadischu
Eine Mutter mit ihrem unterernährten Kind in einem Krankenhaus der somalischen Hauptstadt Mogadischu

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