Staaten erkennen Rebellen als Regierung an

Die internationale Libyen-Kontaktgruppe hat erklärt, die Rebellen-Führung als legitime Vertreterin des nordafrikanischen Landes anzuerkennen. Das gab der italienische Außenminister Franco Frattini am Rande des Treffens der Gruppe in Istanbul bekannt. Der Kontaktgruppe gehören mehr als 30 Länder an, die die seit vier Monaten andauernden NATO-Angriffe auf Libyen unterstützen.

Auch US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die Vereinigten Staaten würden die Aufständischen als legitime Vertreter Libyens anerkennen. In einer Erklärung fordert die Libyen-Kontaktgruppe außerdem, eine Übergangsregierung in dem Land zu bilden.

„Innovative Wege“

Die Türkei warb bei dem Treffen dafür, der Opposition durch die internationale Gemeinschaft stärker finanziell unter die Arme zu greifen. Es müssten „innovative Wege“ gefunden werden, um die Rebellen zu unterstützen und und den Druck auf Machthaber Muammar al Gaddafi zu erhöhen, erklärte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu.

Als Sicherheit für Kredite könnten eingefrorene Guthaben der libyschen Regierung dienen.

US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr britischer Kollege William Hague beim Treffen in Istanbul
US-Außenministerin Clinton und ihr britischer Kollege Hague: Die libyschen Rebellen werden diplomatisch aufgewertet.

Der Übergangsrat der Aufständischen in Bengasi hatte vor Beginn der Konferenz betont, jede Diskussion über eine politische Lösung der Krise könne sich nur auf eine Zukunft Libyens ohne Gaddafi und seine Familie beziehen.

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah bin Said al Nahjan, erklärte, es sei wichtig, dass noch mehr Staaten den Übergangsrat als einzig legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkennen.

„Um die Vision eines neuen Libyen zu verwirklichen, ist mehr Druck nötig und es müssen noch größere Anstrengungen unternommen werden“, sagte er. Gaddafi müsse sofort die Macht abgeben.

Kämpfe um Brega

Trotz der internationalen Bemühungen geht der Machtkampf in Libyen unvermindert weiter. Die Rebellen scheiterten erneut mit einem von der NATO koordinierten Angriff auf den strategisch wichtigen Ölhafen Brega. Die libyschen Streitkräfte schlugen die Offensive zurück. Die Rebellen erklärten, sie hätten sich wieder auf Positionen weiter im Osten des Landes zurückgezogen.

Ein Sprecher sagte, ein Kämpfer sei getötet, acht seien verletzt worden. Die libysche Regierung kritisierte, der Angriff habe gegen das UN-Mandat für Libyen zum Schutz von Zivilpersonen verstoßen.

Original, Google Cache, archive.org

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