Wie Murdoch in den USA Politik macht

In den USA stützt Medienunternehmer Murdoch seine Macht auf den konservativen Sender Fox News und die von ihm aufgekauften Wirtschaftsmedien wie das „Wall Street Journal“. Doch der Abhörskandal in Großbritannien schadet Murdoch – nicht nur finanziell.

Von Sabrina Fritz, SWR-Hörfunkstudio Washington

Medienunternehmer Rupert Murdoch
Medienunternehmer Rupert Murdoch bietet mit seinem Sender Fox News den Konservativen in den USA eine Plattform.

Um in Amerika einen Nachrichtensender eröffnen zu können, hat Rupert Murdoch sogar die US-Staatsbürgerschaft angenommen. Heraus kam Fox News, ein extrem konservativer Nachrichtenkanal. Hauptfeind ist Präsident Barack Obama im Weißen Haus. Die Angriffe gegen ihn waren so extrem, dass er sich weigerte, Fox News ein Interview zu geben.

Fox News ist seitdem sozusagen der Haussender der konservativen Tea-Party-Bewegung in den USA. Nicht nur, dass dort viel und wohlwollend über deren Kandidaten berichtet wird. Sie werden auch gleich als Mitarbeiter beschäftigt. Wie zum Beispiel Sarah Palin, die offiziell als Fox-News-Analystin gilt. Auf die Kritik, die es daraufhin gibt, sagte sie: „Sie mögen einfach meine konservativen vernünftigen Lösungen nicht, für die ich stehe.“

Einfluss auf Nachrichten und Unterhaltung

Murdoch hat über seinen Nachrichtensender den Konservativen in den USA eine große Plattform gegeben. Auf die Frage, ob er denn politischen Einfluss habe, sagte er einmal in einem seiner Fernsehsender: „Nicht so viel, wie sie denken, aber ich spreche gerne mit den Journalisten und ich suche sie grundsätzlich aus.“ Murdoch mischt in den USA auch groß im Unterhaltungsgeschäft mit. Ihm gehört das traditionelle Hollywood Studio 20th Century Fox, das unter anderem „Avatar“ produziert hat.

Schriftzug des Wall Street Journals
Murdochs Übernahme des „Wall Street Journals“ sorgte für massive Proteste.

In Amerika gibt es nicht so viele Boulevardblätter wie in England. Dafür hat Murdoch in den USA erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftsnachrichten. Als Murdoch vor vier Jahren den traditionsreichen Dow-Jones-Verlag in den USA übernehmen wollte, schlug dies hohe Wellen. In diesem Verlag erscheint das hoch angesehene „Wall Street Journal“. Die Mitarbeiter protestierten öffentlich gegen die Übernahme. Doch am Ende hat es nichts genutzt. Bei fünf Milliarden Dollar Übernahmeangebot knickte die Eigentümerfamilie ein. Damit hat Murdoch jetzt Einfluss auf die Geschäftswelt in den USA.

Milliardenverlust infolge des Abhörskandals

Dort sorgt er jetzt selbst für Schlagzeilen. Neben dem politischen Erdbeben hat der Abhörskandal auch gravierende finanzielle Auswirkungen für Murdoch. Seine Firma News Corporation mit Sitz in New York hat seit dem Skandal sieben Milliarden Dollar an der Börse an Wert verloren. Murdoch selbst hat sich in seinem eigenen Blatt, dem „Wall Street Journal“, zu dem Skandal geäußert und darin gesagt:  Er finde, dass sein Unternehmen die Krise extrem gut manage.

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