Pentagon räumt Datendiebstahl ein

Das US-Verteidigungsministerium hat einen der größten Datendiebstähle in der Geschichte des Pentagons eingeräumt. 24.000 geheime Dateien seien im Frühjahr entwendet worden, sagte der stellvertretende Pentagon-Chef. Die brisante Information verpackte er geschickt: In die neue Cyberstrategie.

Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

Das US-Verteidigungsministerium hat sich nach einigen Jahren genauer Prüfung und Entscheidung eine neue Strategie für den Kampf gegen Computerhacker gegeben. Denn unentwegt werden die Rechner von Militär und Regierung über das Internet angegriffen. Ein noch besserer Schutz dagegen und eine Zusammenarbeit mit der Privatindustrie seien unerlässlich, erklärte Vizeverteidigungsminister William Lynn, als er die neue Cyberstrategie in einer Rede an der Nationalen Universität für Verteidigung erläuterte.

Eine kleine Bombe

In diesem Zusammenhang ließ er selbst eine kleine Bombe platzen: Denn es ist grundsätzlich keine Neuigkeit, dass das Pentagon im Frühjahr einen schweren Angriff verzeichnet hat. Doch nun gab er einige Details bekannt: Im März 2011 habe man „einen der bislang größten Datenverluste“ hinnehmen müssen. Gestohlen wurden „24.000 Dateien mit sensiblen Pentagon-Daten, die auf einem Computernetzwerk der Rüstungsindustrie lagen“.

Was diese Dateien enthalten haben, mochte Lynn nicht näher erläutern. Ebenso wenig, wer der Dieb war. Nur soviel: Man glaube, dass eine ausländische Regierung dahintersteckt. „Wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon“, sagte er. Der Grund: Rechner, die in Pentagon-Netzwerke eindringen können, brauchen eine hohe Kapazität und seien im Grunde nur von Staaten zu betreiben. Seiner Meinung nach schließt das eine Terroristengruppe aus, ebenso wie Freizeit-Hacker, wie zum Beispiel die zuletzt bekannt gewordene Gruppe „Anonymous“, die bereits in Computersysteme großer Banken und US-Regierungsbehörden eingedrungen sind.

Und wenn es um Staaten als Auftraggeber für massiven Datenklau geht, schreiben die US-Amerikaner den Großteil der bisher beobachteten Cyberattacken Russland und China zu.

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