Obama trifft Dalai Lama trotz Warnung Chinas

Ungeachtet der Kritik Chinas hat US-Präsident Barack Obama den Dalai Lama empfangen. Obama traf das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Map Room in der Residenz des Weißen Hauses und nicht im Oval Office, wo die US-Präsidenten traditionell Staatsgäste empfangen.

Obama und der Dalai Lama am 16. Juli 2011 im Weißen Haus
Der Dalai Lama und Präsident Obama im Weißen Haus: Beide befürworten einen Dialog zwischen China und Tibet.

Nach Angaben eines Beamten des Weißen Hauses dauerte das Treffen eine knappe Dreiviertelstunde. Journalisten waren zu der Begegnung nicht zugelassen. Das Weiße Haus veröffentlichte anschließend eine Erklärung und fügte ein Foto bei, auf dem Obama ohne Krawatte neben dem Friedensnobelpreisträger zu sehen ist.

Obama bekräftigte Tibets Zugehörigkeit zu China

Laut Weißem Haus machte der US-Präsident seine „starke Unterstützung für den Erhalt der einmaligen religiösen, kulturellen und sprachlichen Traditionen Tibets und der Tibeter weltweit“ deutlich. Er habe die Bedeutung der Menschenrechte der Tibeter in China betont.

Außerdem habe Obama bekräftigt, dass Tibet ein Teil Chinas sei. „Der Präsident hob die Bedeutung des Aufbaus einer partnerschaftlichen US-chinesischen Zusammenarbeit hervor“, hieß es weiter. Obama sagte zudem, er unterstütze einen direkten Dialog zwischen China und Tibet.

Dalai Lama hoffe auf Dialog mit chinesischer Regierung

Das Weiße Haus erklärte weiter, der Dalai Lama strebe keine Unabhängigkeit Tibets an und hoffe, dass der Dialog zwischen seinem Vertreter und der chinesischen Regierung bald fortgesetzt werden könne. Das letzte Gespräch fand im Januar 2010 statt. Der Dalai Lama sagte im Anschluss an die Begegnung, Obama teile seine Sorge über die Menschenrechtslage in Tibet. Der 76-Jährige sprach von einem „spirituellen Treffen“.

Der Dalai Lama auf dem Weg ins Weiße Haus.
Der Dalai Lama im Februar 2010 auf dem Weg ins Weiße Haus. Heute soll er dort erneut US-Präsident Obama treffen.

Der Dalai Lama hält sich bereits seit Anfang des Monats in Washington auf. Das Treffen war von der US-Regierung aber nur wenige Stunden vor dem Termin bekanntgegeben worden. China hatte Obama daraufhin aufgefordert abzusagen. „Wir sind strikt gegen ein Treffen jedes ausländischen Politikers mit dem Dalai Lama, egal in welcher Form“, hatte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, im Vorfeld erklärt. Die US-Regierung müsse die Entscheidung zum Treffen mit dem Dalai Lama „sofort zurücknehmen“ und anerkennen, dass Tibet ein Teil von China sei. Hong warnte die US-Regierung ausdrücklich vor Handlungen, „die die US-chinesischen Beziehungen gefährden könnten“.

Obama hatte den Dalai Lama – der geistliches Oberhaupt der Tibeter ist – bereits im vergangenen Jahr zum Ärger Pekings getroffen. Die chinesische Führung sieht in dem Tibeter einen Separatisten, der unter religiösem Deckmantel agiert. Der Friedensnobelpreisträger setzt sich seit seiner Flucht aus dem von China besetzten Tibet 1959 für eine friedliche Lösung des Konflikts und mehr Autonomie für die Region ein.

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