Requiem für Otto von Habsburg im Stephansdom

Der Sarg von Otto von Habsburg im Stephansdom
Unter den Trauergästen: Österreichs Bundespräsident Fischer und das schwedische Königspaar.

Mit einem Requiem im Stephansdom hat in Wien die Bestattung des Kaisersohns Otto von Habsburg begonnen. Der einstige Kronprinz und Europapolitiker soll am Abend in der Kaisergruft unter der Kapuzinerkirche seine letzte Ruhe finden – nach der traditionellen Zeremonie des „Anklopfens“. Abschluss der rund zweiwöchigen Trauerfeiern wird die Bestattung seines Herzens am Sonntag in Ungarn sein.

Unter den rund 1000 Ehrengästen im Stephansdom waren zahlreiche Vertreter europäischer Adelshäuser wie König Carl XVI. Gustaf von Schweden und seine Frau Silvia, Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein mit Fürstin Marie sowie Großherzog Henri von Luxemburg und Großherzogin Maria Teresa. Für die Politik kamen Trauergäste wie der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, Kroatiens Ministerpräsidentin Jadranka Kosor und der georgische Präsident Michail Saakaschwili. Für Österreich kamen neben Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann zahlreiche Minister und Landeschefs.

Die Kaisergruft unter der Wiener Kapuzinerkirche

Die Kaisergruft, in der Otto von Habsburg beigesetzt wird, ist die Familiengruft der Habsburger und mit mehreren 100.000 Besuchern jährlich ein Touristenmagnet. Zwölf Kaiser und 19 Kaiserinnen aus drei Jahrhunderten liegen dort. Insgesamt haben 146 Mitglieder des Herrscherhauses hier ihre letzte Ruhe gefunden. Auch Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) und seine Frau Sisi, Kaiserin Elisabeth (1837-1898) sind hier bestattet. Einer Bestattung in der Kaisergruft geht eine kuriose Zeremonie voraus: Ein Geistlicher fragt an der Pforte „Wer begehrt Einlass?“, woraufhin der Zeremonienmeister die adeligen Titel Habsburgs referieren soll. Daraufhin antwortet der Geistliche „Wir kennen ihn nicht.“ Auch die Aufzählung aller Ehrungen und Auszeichnungen hilft nicht weiter. Erst wenn der Zeremonienmeister den einstigen Kronprinzen beim dritten Versuch als „sterblichen, sündigen Menschen“ vorstellt, heißt es „So komme er herein.“

Habsburg, der am 4. Juli im Alter von 98 Jahren in Bayern gestorben war, war der Erstgeborene des letzten in Österreich regierenden Kaisers Karl I. und seiner Frau Zita. Als CSU-Politiker setzte er sich für die europäische Einigung ein und war zwei Jahrzehnte Mitglied des Europaparlaments.

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