Bund stockt humanitäre Hilfe für Ostafrika auf

Angesichts der Hungersnot in Ostafrika haben Großbritannien und Deutschland ihre Nothilfe für die Region erhöht. London kündigte eine Aufstockung der Hilfsmittel um 52 Millionen Pfund (59 Millionen Euro) an. Die Bundesregierung teilte mit, fünf Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen.

Diese Soforthilfe, die zur Hälfte vom Auswärtigen Amt und vom Bundesentwicklungsministerium gestellt werden, solle vor allem für die Notversorgung von Flüchtlingen sowie von Frauen und Kindern in den besonders betroffenen Gebieten verwendet werden, erklärten Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel (beide FDP). Die Minister appellierten zugleich an die deutsche Bevölkerung, die Hungernden auch mit privaten Spenden zu unterstützen.

Somalische Flüchtlinge im Dolo Ado Camp in Äthiopien
Somalische Flüchtlinge im Dolo Ado Camp in Äthiopien – UNICEF warnte vor einer weiteren Verschärfung der Lage.

Der britische Entwicklungsminister Andrew Mitchell sagte, die internationale Gemeinschaft müsse nicht nur für die Flüchtlinge mehr tun, sondern auch die in Somalia verbliebenen Dürreopfer stärker unterstützen. Dem Minister zufolge sind die Hilfsmittel von 59 Millionen Euro zur Versorgung von mehr als einer Millionen Menschen in Somalia, Äthiopien und Kenia bestimmt.

UNICEF warnt vor Verschärfung der humanitären Lage

UNICEF-Direktor Anthony Lake warnte vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage. Da der nächste Regen frühestens im Oktober falle und erst im kommenden Jahr wieder eine Ernte zu erwarten sei, würden die kommenden sechs Monate sehr hart, warnte Lake in Kenia. Er befand sich auf dem Weg in die von der Dürre besonders betroffene Provinz Turkana im Norden des Landes. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam stieg dort in der Bevölkerung der Anteil der Unterernährten seit vergangenem Jahr von 15 auf 37 Prozent.

In Somalia, Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Uganda sind wegen einer seit zwei Jahren anhaltenden Dürre mehrere Ernten ausgefallen. Steigende Lebensmittelpreise und Unterernährung sind die Folge. Verschärft werden die Probleme durch den Bürgerkrieg in Somalia. Allein im Juni flohen nach UN-Angaben rund 54.000 Menschen vor der Dürre und der Gewalt aus dem Land am Horn von Afrika, täglich treffen Hunderte weitere Somalier im Norden Kenias ein. Mehr als elf Millionen Menschen sind in Ostafrika auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, doch von den dafür benötigten 1,1 Milliarden Euro hat die UNO bislang erst die Hälfte erhalten.

Original, Google Cache, archive.org

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