Murdoch will von nichts gewusst haben

Im Abhörskandal um die inzwischen eingestellte britische Boulevardzeitung „News of the World“ haben Medienmogul Rupert Murdoch und sein Sohn James vor einem Parlamentsausschuss Stellung bezogen. Gleich zu Beginn der Anhörung entschuldigte sich James Murdoch bei allen Opfern der kriminellen Machenschaften von „News of the World“. Rupert Murdoch ergriff danach das Wort und sagte, dies sei der „Tag der größten Demut“ in seinem Leben.

Rupert Murdoch vor dem britischen Parlamentsausschuss
Rupert Murdoch vor dem britischen Parlamentsausschuss

Das Führungsduo wies jedoch jegliche Verantwortung für den Abhörskandal zurück. Beide betonten, dass sie nichts von den kriminellen Vorgängen gewusst hätten. Rupert Murdoch sagte sogar, er sei von den Verantwortlichen belogen worden. Immer wieder betonten die Murdochs die enge Zusammenarbeit in dem Fall mit der Polizei.

Die öffentliche und live ins Fernsehen übertragene Anhörung ist eine der außergewöhnlichsten von einem Parlamentsausschuss abgehaltenen Befragungen. Es ist äußerst selten, dass sich Rupert Murdoch als Chef eines der größten Medienunternehmen der Welt öffentlich äußert.

Skandal war auch das Aus für „News of the World“

Murdoch hatte sich dazu entschlossen, die „News of the World“ einzustellen, nachdem herausgekommen war, dass Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten.

Auch die langjährige Murdoch-Vertraute Rebekah Brooks wird heute noch aussagen. Die Macht des Ausschusses ist aber begrenzt. Er kann nur Empfehlungen weitergeben.

Sendungsbild
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  • Annette Dittert (ARD) zur Anhörung Murdochs vor dem Untersuchungsausschuss
  • Länge: 0:01:59
  • Datum: 2011-07-19T17:10:00.000+02:00

Original, Google Cache, archive.org

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