Österreich liefert Sanader aus

Der Konvoi mit Sanader erreichte in der Nacht ein Gefängnis in Zagreb.
Der Konvoi mit Sanader erreichte in der Nacht ein Gefängnis in Zagreb.

Der unter Korruptionsverdacht stehende frühere kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader ist von Österreich an sein Heimatland ausgeliefert worden. Unter großem Sicherheitsaufgebot wurde Sanader von Salzburg aus über Slowenien in seine Heimat gefahren. Am Grenzübergang Bregana nahmen die kroatischen Behörden den früheren Regierungschef (2004 bis 2009) in Gewahrsam. Eine Polizeieskorte brachte ihn von der Grenze nach Zagreb ins Remetinec-Gefängnis.

Dem Politiker werden Amtsmissbrauch und die Beteiligung an kriminellen Machenschaften vorgeworfen. Über Staatsunternehmen soll er Millionensummen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben, auch Parteifreunde sollen unterschlagenes Geld erhalten haben. Weiterhin soll Sanader Bestechungsgelder vom ungarischen Energieriesen MOL angenommen haben.

Sanader sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne

Ivo Sanader (Archiv)
Der frühere Ministerpräsident von Kroatien Ivo Sanader (Archiv)

Sanader weist die Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne seiner Nachfolgerin Jadranka Kosor. Der 58-Jährige war im Dezember in Österreich festgenommen worden, nachdem er per Haftbefehl gesucht worden war. Kurz zuvor hatten die kroatischen Behörden seine Immunität aufgehoben. Während der Ermittlungen wird er zunächst mindestens einen Monat in Untersuchungshaft verbringen und für Befragungen zur Verfügung stehen müssen.

Wichtiger Schritt auf Weg zum EU-Beitritt

Das Verfahren gegen Sanader gilt als ein wichtiger Schritt Kroatiens in seinen Bemühungen um eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die Regierung in Zagreb verstärkte zuletzt ihren Kampf gegen Korruption. Dies wird von der Europäischen Union genau verfolgt.

Original, Google Cache, archive.org

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