Die Invasion der Mondbäume

Es war einer der weniger spektakulären Missionen der NASA: Am 31. Januar 1971 brachen die Astronauten Stuart Roosa, Alan Shepard und Edgar Mitchell zum Mond auf, um dort einige wissenschaftliche Experimente durchzuführen, unter anderem zur Verwendung von Hängematten unter reduzierter Schwerkraft – Ergebnis: gemütlich.

Bäumchen wechsel dich

Doch die Astronauten der Apollo 14 reisten nicht allein zum Erdtrabanten – und kamen auch nicht allein wieder zurück. Stuart Roosa, der vor seiner Raumfahrtkarriere im Dienst der US-Forstbehörde gestanden hatte, nahm ein paar Hundert Baumsamen für Experimente mit auf die Mission.

Der Behälter überlebte jedoch die Dekontamination nicht. Die vorher sorgsam sortierten Samen gerieten durcheinander und wurden so wissenschaftlich wertlos. Schließlich pflanzte man sie die 1976 zur 200-Jahr-Feier der USA überall im Land ein.

Nun sind die USA eigentlich dafür bekannt, Einwanderer einer relativ genauen Beobachtung zu unterziehen. Ob es nun an den Budgetkürzungen oder geänderten Prioritäten lag – bei den Bäumen war das jedenfalls nicht so. Die NASA hat ihre Zöglinge inzwischen aus dem Blick verloren.

Wo sind die „Men in Black“, wenn man sie braucht?

Das soll sich jetzt ändern: Die Weltraumbehörde rief zur Öffentlichkeitsfahndung auf und sucht mittels einer Website nach den Bäumen. Offiziell heißt es, man wolle damit die Erinnerung an die Mission aufrecht erhalten.

Doch jeder, der schon einmal ein paar Science-Fiction-Filme gesehen hat, der weiß, dass von unkontrollierten Aliens nichts Gutes kommen kann. Bisher haben sich die Bäume allerdings noch verdächtig unauffällig verhalten. Trotzdem gilt nicht nur für die NASA: Holzauge, sei wachsam!

Original, Google Cache, archive.org

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