Teuer und nicht immer familienfreundlich

Teuer und nicht immer familienfreundlich – viele Rastanlagen in Deutschland lassen einem ADAC-Test zufolge zu wünschen übrig. Auch für die Sicherheit der Besucher müsse mehr getan werden: Es mangelt an Fußwegen und sicheren Überwegen, wie die Untersuchung des Autoclubs ergab.

Bei dem Test entlang der deutschen Hauptreiserouten legte der Verband nach eigenen Angaben die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familien zu Grunde. Er untersuchte unter anderem die Preisgestaltung in den Restaurants, Bistros und Shops, die Hygiene der sanitären Anlagen und die Ausstattung mit Kinderspielplätzen oder Picknickarealen. Bewertet wurde auch, ob es auf den Parkplätzen und Zufahrten zu den Anlagen sichere Fußgängerquerungen gibt.

Von „sehr gut“ bis „mangelhaft“

Autobahnraststätte Recknitz-Niederung (West) an der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern
Die beste Ort, um eine Pause zu machen: die Autobahnraststätte Recknitz-Niederung (West) in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Tester nahmen 50 Autobahn-Rastanlagen an Deutschlands Hauptreiserouten unter die Lupe. Immerhin die Hälfte aller Anlagen bekam eine gute Note, einmal gab es sogar „sehr gut“. Nur zwei Anlagen schnitten „mangelhaft“ ab. Im Vergleich zu früheren Tests gebe es insgesamt Fortschritte, sagte Testleiterin Simone Saalmann. In Sachen Gastronomie und Service, vor allem aber in der Hygiene hätten sich die Anlagen verbessert, die Toiletten seien besser ausgestattet. „Da ist schon sehr, sehr viel besser geworden“, betonte Saalmann.

Die ADAC-Tester untersuchten 25 Raststätten und 25 Autohöfe. Beide müssten sich vergleichen lassen, sagte Saalmann. Die Autohöfe abseits der Autobahn hätten schon vor Jahren damit geworben, außer für Lastwagenfahrer auch für andere Reisende und Familien da zu sein. Dennoch bleiben Unterschiede: Während Raststätten insgesamt besser auf Familien eingestellt sind, haben Autohöfe die günstigeren Preise.

Bester Autohof liegt in Mecklenburg-Vorpommern

Aufholbedarf bleibt: Bei den Autohöfen erreichten nur zehn ein gut, bei den Raststätten waren es 14. Nur eine Raststätte schaffte ein „sehr gut“: Die Anlage Recknitz-Niederung an der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern überzeugte laut ADAC mit einer gepflegten Außenanlage, leckerem Essen, einem schönen Kinderspielplatz und dem besten Hygienestandard.

Der Autohof Löbichau an der A4 in Thüringen
Der ADAC-Testverlierer: der Autohof Löbichau an der A4 in Thüringen.

Schlechteste Raststätte wurde die Anlage Rabensteiner Wald an der Autobahn A 4 bei Chemnitz mit einem ausreichend. Zwei Autohöfe fielen mit „mangelhaft“ praktisch durch. Schlusslicht wurde dabei der Autohof Löbichau an der A4 in Thüringen. Verschmutzte Toiletten, mäßige Gastronomie, kein Spielplatz und nicht einmal ein Kinderstuhl im Restaurant waren die Gründe für die schlechte Bewertung. Über dieses Ergebnis beschwerte sich die Inhaberin eines Restaurants, das auf dem Autohof Löbichau liegt. Der ADAC präzisierte, dass sich das Testurteil ausschließlich auf den Autohof, nicht aber auf das Restaurant bezöge.

Ärgernis Toilettengebühren

Dass die hohen Preise die Besucher der Raststätten am meisten ärgern, hatte Ende Juni eine repräsentative Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ für die Nachrichtenagentur dpa ergeben. Während mit der Qualität die Hälfte der Befragten zufrieden war, fanden drei von vier die Raststätten zu teuer. Ärger machten besonders die Toilettengebühren: Die vielfach geforderten 70 Cent hielten vier von fünf Befragten für zu viel, auch wenn der Gast einen Bon von 50 Cent zum Einkauf bekommt. An den Autohöfen, das beweist laut ADAC der Test, geht es auch kostenlos. „Autohöfe haben in der Hygiene genauso gut abgeschnitten – und das alles umsonst“, sagte Saalmann.

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