EnBW klagt über Verluste durch Atomausstieg

Logo des Energiekonzerns EnBW
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Der von Bundestag und Bundesrat beschlossene Atomausstieg macht dem Energiekonzern EnBW finanziell zu schaffen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren meldete das Unternehmen hohe Verluste. Im ersten Halbjahr verbuchte EnBW nach eigenen Angaben ein Minus von 590 Millionen Euro. „Die schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen zu einem Ertragsrückgang und zu Wertberichtigungen“, teilte das Unternehmen mit. Im ersten Halbjahr 2009 hatte der drittgrößte deutsche Energiekonzern noch einen Gewinn von 899 Millionen Euro erzielt.

Kosten infolge der Abschaltung zweier Atommeiler

Die hohen Verluste zwischen Januar und Juni des laufenden Jahres gehen laut EnBW vor allem auf die Stilllegung der beiden Altmmeiler Neckarwestheim I und Philippsburg II zurück. Das Unternehmen müsse die Rückstellungen für den Abriss der zwei ausgedienten Reaktoren aufstocken und den Wert der bislang dort genutzten Brennelemente abschreiben. Auch die neue Steuer auf Kernbrennstoffe belaste das Ergebnis. Zusätzlich müsse der Konzern noch weitere Millionenabschreibungen vornehmen, da die Wertansätze der Beteiligungen am norddeutschen Regionalversorger EWE und an der österreichischen EVN korrigiert werden müssten.

EnBW wird seit Ende vergangenen Jahres vom Land Baden-Württemberg und mehreren schwäbischen Landkreisen kontrolliert. Das Land erwarb seinen Kapitalanteil von mehr als 46 Prozent auf Kredit und will die Zinszahlungen aus den Dividendeneinnahmen bestreiten. Bemessungsgrundlage der Dividende sei der um Sondereffekte bereinigte Konzernüberschuss, teilte EnBW mit. Die Höhe dieser Kennzahl und weitere Details will der Versorger am 29. Juli veröffentlichen. Baden-Württembergs Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller zeigte sich über die einseitige Begründung verwundert. Die schlechte Bilanz allein auf den Atomausstieg zu schieben, sei sicherlich zu einfach, sagte er.

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