Eine Bilderbuchlandung zum Abschied

Mit einer perfekten Landung hat die US-Raumfähre Atlantis die letzte Mission eines Spaceshuttles abgeschlossen. Die Atlantis sei pünktlich um 11.56 Uhr deutscher Zeit (5.56 Uhr Ortszeit) von ihrer Reise zur Internationalen Raumstation ISS auf den Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida zurückgekehrt, teilte die Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit. „Der Spaceshuttle landet zum letzten Mal, seine Reise geht zu Ende“, kommentierte das Kontrollzentrum im texanischen Houston das Landemanöver noch vor Sonnenaufgang. Kommandant Chris Ferguson antwortete: „Nachdem er der Welt mehr als 30 Jahre diente, hat der Spaceshuttle seinen Platz in der Geschichte verdient. Er ist zu seinem finalen Stopp gekommen.“

Die Besatzung des Spaceshuttle Atlantis winkt zum Abschied.
Ein letzter Gruß aus dem All: Die Besatzung um Kommandant Ferguson kurz vor dem Landeandflug.

Kommandozentrale des Kennedy Space Center
Mit viel Emotionen verfolgten der Direktor des Space Center, Cabana (r), und seine Mitarbeiter die historische Landung.

Die Abschiedsmission der vierköpfigen Crew zur Internationalen Raumstation ISS dauerte 13 Tage. Nach dem Ende des Shuttle-Programms können US-Astronauten für mehrere Jahre nur noch in russischen „Sojus“-Kapseln zur ISS gelangen. Routineflüge in den unteren Erdorbit von Amerika aus sollen künftig kommerzielle Anbieter übernehmen. Erst 2015 soll eine US-Raumkapsel einsatzbereit sein, an der die NASA derzeit mit einer privaten Firma arbeitet.

Ersatzteile für die ISS

Ziel der 135. und abschließenden Shuttle-Mission war es, einen Jahresvorrat von mehr als 3,8 Tonnen an Proviant, Ausrüstung und Ersatzteilen zur ISS zu bringen. Zudem führte die vierköpfige Crew einige Experimente durch. Im Gepäck zurück zur Erde hatte die Mannschaft eine tonnenschwere, defekte Kühlpumpe. Das war ein Transport, den nur ein Spaceshuttle bewerkstelligen konnte.

In den 30 Jahren ihres Einsatzes absolvierten die Shuttles 135 Flüge. Zwei Katastrophen, bei denen 14 Astronauten starben und zwei der fünf US-Fähren zerstört wurden, verursachten Rückschläge. Nach dem „Columbia“-Unglück 2003 empfahl eine Untersuchungskommission, die Shuttles nach Ende der Bauarbeiten an der von 16 Nationen betriebenen Raumstation außer Dienst zu stellen. Diese Wegmarke wurde jetzt erreicht. Die „Atlantis“ kommt wie ihre Schwesterschiffe „Endeavour“, „Discovery“ und „Enterprise“ ins Museum.

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NASA will zum Mars

Doch die NASA hält an ihren Weltraumplänen fest: „Dieser letzte Shuttle-Flug markiert das Ende einer Ära, aber heute verpflichten wir uns erneut, die bemannte Raumfahrt weiterzuführen“, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde, Charles Bolden. Erklärtes Ziel der Behörde ist es, bis 2030 Menschen zum Mars zu bringen. Konkrete Pläne und finanzielle Mittel dafür sind aber noch nicht in Aussicht. Die US-Regierung hatte erst im Februar erklärt, Pläne für eine bemannte Mondmission vorerst auf Eis zu legen.


Das Ende einer Ära: Noch vor Sonnenaufgang landete der Shuttle in Florida.

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