Hadzic aus Serbien abgeschoben

Serbien hat den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Goran Hadzic an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert. Zwei Tage nach seiner Festnahme wurde der einstige politische Führer der serbischen Minderheit in Kroatien von Belgrad nach Rotterdam geflogen. Von dort wurde er ins Untersuchungsgefängnis der Vereinten Nationen in Den Haag gebracht.

Der frühere kroatisch-serbische Rebellenführer ist der letzte der vom Internationalen Strafgerichtshof für das frühere Jugoslawien gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher. Hadzic wurde am Mittwoch in einem Wald bei Belgrad verhaftet.

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Schwere Verbrechen im kroatischen Bürgerkrieg

Im Jahr 2004 wurde gegen Hadzic Anklage wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Kroatien-Krieges 1991 bis 1995 erhoben. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher war der Präsident der serbischen Minderheit in Kroatien während des Bürgerkrieges. Ihm wird unter anderem das Massaker serbischer Verbände im ostkroatischen Vukovar im November 1991 zur Last gelegt. Damals waren 264 Kroaten ermordet worden.

Die kroatische Armee hatte am Ende des Krieges die Krajina zurückerobert. Mehr als 200.000 Serben waren damals vertrieben worden.

Hadzic war seit Jahren auf der Flucht. Schon einmal, im Juli 2004, wollte ihn die serbische Polizei verhaften. Doch er war untergetaucht. Seine Verhaftung war eine Bedingung für die weitere Annäherung Serbiens an die EU. Belgrad hofft jetzt, mit der Auslieferung aller vom UN-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher bis zum Jahresende offiziell EU-Beitrittskandidat zu werden. Erst vor wenigen Wochen war der berüchtigte Serben-General Ratko Mladic verhaftet und ans UN-Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag ausgeliefert worden.

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Original, Google Cache, archive.org

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