Hunderttausende Syrer gehen auf die Straße

Mehr als vier Monate nach Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al Assad sind in Syrien offenbar erneut hunderttausende Regierungsgegner auf die Straßen gegangen. Nach dem Freitagsgebet gab es in mehreren Städten erneut zahlreiche Kundgebungen. In Deir Essor und Hama kamen laut Oppositionsangaben mehr als eine Million Menschen zusammen. Auch in der Stadt Hama seien Hunderttausende auf den Straßen.

Die Menge in Deir Essor fordere lautstark den Abtritt der Regierung und bekunde Solidarität mit den Menschen in Homs, sagte der Vorsitzende der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. In Homs, der drittgrößten Stadt des Landes, sollen in den vergangenen fünf Tagen bei Razzien und Schießereien mindestens 50 Menschen getötet worden sein. Auch heute sei dort ein Demonstrant von Sicherheitskräften erschossen worden, hieß es. Auch soll es zudem zu Zusammenstößen zwischen rund 100 Deserteuren der Armee und Militäreinheiten gekommen sein, berichtete der Nachrichtensender Al Dschasira unter Berufung auf örtliche Aktivisten. In Aleppo sei ein Demonstrant von Assad-Anhängern erstochen worden.

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Mehr als 1400 Zivilisten kamen bisher ums Leben

Seit Beginn der Proteste Mitte März kamen Nichtregierungsorganisationen zufolge beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte landesweit mehr als 1400 Zivilisten ums Leben. Tausende Syrer wurden festgenommen. Die syrische Regierung bestreitet diese Angaben und macht bewaffnete Banden und religiöse Extremisten für die Unruhen verantwortlich.

Die Angaben über Opferzahlen und den Hergang aller Ereignisse können oft nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden, da Syrien die Arbeit der Medien eingeschränkt und die meisten ausländischen Journalisten ausgewiesen hat.

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