Afghanistan übernimmt Kontrolle in sieben Regionen

Die afghanischen Sicherheitskräfte haben am Bundeswehr-Standort Masar-i-Scharif im Norden des Landes offiziell das Kommando von der Internationalen Schutztruppe Isaf übernommen.

Bundeswehrsoldaten bei der feierlichen Zermonie in Masar-i-Scharif
Bundeswehrsoldaten bei der Zeremonie in Masar-i-Scharif.

„Die Verantwortung für die Sicherheit und die militärischen Lasten können nicht für immer von unseren internationalen Freunden geschultert werden“, sagte der Gouverneur der Provinz Balch, Mohammed Atta. An der feierlichen Übergabezeremonie auf einem Armeestützpunkt in Masar-i-Scharif nahmen auch zahlreiche Regierungsvertreter und Militärs teil. Die Provinzhauptstadt ist das erste Gebiet im Einsatzbereich der deutschen Soldaten, in dem zukünftig ausschließlich Afghanen für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich sind.

Diese Herausforderung sei sehr groß, sagte Atta. Provinzregierung und Behörden würden jedoch alles unternehmen, um der neuen Aufgabe gerecht zu werden. Die Sicherheitslage in Masar-i-Scharif, der viertgrößten Stadt des Landes, gilt trotz vereinzelter blutiger Zwischenfälle als relativ stabil.

Kampfeinsatz am Hindukusch soll 2014 beendet sein

Nach einem NATO-Beschluss soll der Kampfeinsatz am Hindukusch 2014 beendet und die Sicherheitsverantwortung für das ganze Land bis dahin vollständig an die Afghanen übergeben werden. Die Mehrheit der derzeit rund 140 000 NATO-Truppen, darunter 5000 Soldaten der Bundeswehr, wird abgezogen. Ausländische Sicherheitskräfte sollen danach nur noch zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Armee und Polizei im Land bleiben.

Afghanische Soldaten übernehmen das Kommando
Afghanische Soldaten übernehmen das Kommando.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte am Freitag bei einem Besuch in Masar-i-Scharif auch nach 2014 eine langfristige strategische Partnerschaft in Aussicht gestellt. Zudem betonte er die Notwendigkeit wirtschaftlicher Hilfe für das Land. „Es gibt keine Sicherheit ohne gute wirtschaftliche Entwicklung, und ohne gute wirtschaftliche Entwicklung gibt es keine Sicherheit.“

Masar-i-Scharif, drei weitere Städte sowie drei Provinzen waren im März von der afghanischen Regierung als diejenigen Gebiete benannt worden, in denen der schrittweise Übergang bereits in diesem Monat beginnt. Darunter ist auch Herat, die drittgrößte Stadt des Landes. Der Auftakt war vergangene Woche in der zentralafghanischen Provinz Bamian gemacht worden, in der die Taliban im Jahr 2001 zwei riesige Buddha-Statuen zerstört hatten. In der Provinz Pandschir soll an diesem Sonntag die erste Phase des Kommandowechsels abgeschlossen werden.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.