Der Kampf gegen den Hunger in Afrika

Infolge der Dürrekatastrophe in Afrika brauchen etwa elf Millionen Menschen Hilfs- und Nahrungsmittel schätzt das Welternährungsprogramm. Derzeit können jedoch nur 1,5 Millionen Menschen versorgt werden. Angesichts der Hungersnot hat die UNO für heute ein internationales Treffen in Rom einberufen.

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

Dürre am Horn von Afrika
Viele Menschen flüchten jedoch auch innerhalb Somalias vor dem Hunger und der Dürre.

Es geht um schnellere Hilfen für die Bevölkerung der Länder am Horn von Afrika. An der Sondersitzung der Welternährungs- und Landwirtschaftsorgansiation FAO in Rom nehmen Vetreter von mehr als 190 Staaten teil – unter ihnen auch Vertreter der betroffenen Länder auch aus Somalia. Frances Kennedy, Sprecherin des ebenfalls in Rom angesiedelten Welternährungsprogramms (WFP): „Das wird eine wirklich große Konferenz, bei der Vertreter der Länder der betroffenen Region zugegen sein werden, Geberländer, UN-Behörden und Hilfsorganisationen, die über diese Krise am Horn von Afrika sprechen werden.“

WFP schätzt Kosten auf rund 700 Millionen Euro

Das Krisentreffen auf Ministerebene wurde von der Regierung Frankreichs beantragt. Diese hat momentan den Vorsitz der G20, also der 20 führenden Industrienationen und Schwellenländer. Das Welternährungsprogramm schätzt, dass wegen der Dürrekatastrophe am Horn von Afrika in diesem Jahr mehr als elf Millionen Menschen mit Hilfs- und Nahrungsmitteln versorgt werden müssen. Die Kosten schätzt das WFP auf etwa 700 Milionen Euro. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geht sogar von einem Gesamtbetrag von mehr als einer Milliarde Euro aus. Frances Kennedy stellt: „Das ist keine Geberkonferenz, um das klar zu sagen, aber das Treffen ist trotzdem sehr wichtig. Denn dadurch sollen alle potentiellen Unterstützer Informationen auf hohem Niveau bekommen, erfahren wie bedeutend das ist und was gerade passiert.“

Sendungsbild
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  • Ralf Südhoff (Welternährungsprogramm Deutschland) zur Hungerkatastrophe in Afrika
  • Länge: 0:03:10
  • Datum: 2011-07-25T09:49:00.000+02:00

Hilfe für nur 1,5 Millionen Menschen

Nur etwa 1,5 Millionen Menschen können derzeit versorgt werden. FAO-Generalsekretär Jacques Diouf sprach von einer menschlichen Tragödie in gigantischem Ausmaß. Besonders schlimm ist die Situation in zwei Regionen im Süden Somalias, zu denen die islamistische Shebab-Miliz den internationalen Helfern bisher den Zugang verwehrt. Dort herrscht eine akute Hungersnot, mehr als die Hälfte der Menschen sind stark unterernährt, täglich sterben deswegen sechs von 10.000 Menschen. Zurzeit verlegt das WFP in großem Stil eingelagerte Hilfsgüter in die Region und plant eine Luftbrücke aus seinen Zentral-Lagern in Dubai und im italienischen Brindisi.

Hoffnung auf ein außerplanmäßiges Hilfsprogramm

Unabhängig davon hofft Frankreichs Außenminister Alain Juppe, dass bei dem Treffen ein außerplanmäßiges Hilfsprogramm für Somalia auf den Weg gebracht wird. Sein Kollege Landwirtschaftsminister Le Maire hat am Wochenende gemeinsam mit den Chefs der zuständigen UN-Organsiationen FAO und WFP die Krisenregion besucht, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Original, Google Cache, archive.org

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