UN-Hilfe erreicht nicht einmal jeden zweiten Hungernden

Somaliern mit Kind im Lager Dadaab
Mindestens elf Millionen Menschen leiden unter der Hungersnot.

Mehr als die Hälfte der vor dem Verhungern stehenden Somalier wartet bislang vergeblich auf Hilfe der Vereinten Nationen. Der Zugang zu 2,2 Millionen Menschen werde verwehrt, sagte die Direktorin des Welternährungsprogramms (WFP), Josette Sheeran. Die Nahrungsmittel erreichten ihren Angaben zufolge bislang erst 1,5 Millionen Hungernde. Sheeran beschrieb Somalia als den gefährlichsten Ort, an dem ihre Organisation weltweit im Einsatz sei. „Aber die Menschen sterben. Es geht nicht um Politik, es geht jetzt darum, Leben zu retten“, sagte sie. Vorrang habe die Versorgung von Kindern.

Große Gebiete der Dürreregion werden durch radikale Muslime der Al-Schabaab-Gruppe kontrolliert. Sie hatte im vergangenen Jahr Lebensmittelhilfen verboten und wirft den Hilfsorganisationen nun vor, nur aus politischen Gründen von einer Hungersnot zu sprechen. Al Schabaab gewährt den internationalen Helfern keinen Zugang zu den von ihr beherrschten Regionen. Möglicherweise müssten Lebensmittel von Flugzeugen aus über einigen von Islamisten kontrollierten Gebieten abgeworfen werden, erklärten WFP-Mitarbeiter.

Fragen & Antworten

Hungersnot in Ostafrika
1,6 Milliarden Dollar seien notwendig, um die Menschen in Ostafrika vor dem Hungertod zu retten, sagt UN-Generalsekretär Ban. Aber wie muss das Geld verwendet werden, um tatsächlich zu helfen? Und hätten die Hilfsorganisationen nicht schon viel eher eingreifen müssen? tagesschau.de hat nachgefragt.

Krisentreffen in Rom

Die Region wird von der schlimmsten Dürre seit 20 Jahren heimgesucht. Mindestens elf Millionen Menschen sind betroffen. Für 3,7 Millionen Menschen ist die Lage so dramatisch, dass sie binnen kurzer Zeit verhungern könnten. Die Europäische Union hatte gestern angekündigt, ihr Hilfen für die Hungernden um 27,8 Millionen Euro aufzustocken. Bislang hatte die EU 70 Millionen Euro zur Bekämpfung des Hungers in Äthiopien, Kenia, Somalia, Dschibuti und Uganda zur Verfügung gestellt. Für morgen ist ein UN-Krisentreffen in Rom geplant, das zur Rettung der Hungernden beitragen soll. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte den Bedarf an Hilfsgeldern allein für Somalia auf insgesamt 1,6 Milliarden Dollar (1,13 Milliarden Euro) beziffert.

Original, Google Cache, archive.org

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