Moody’s stuft Griechenlands Bonität erneut herab

Die US-Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut herabgestuft. Nach zuletzt „Caa1“ lautet die neue Bewertung „Ca“ – und damit drei Stufen schlechter, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Bewertung griechischer Staatsanleihen belässt Moody’s damit weiter auf „Ramsch-Niveau“, verzichtet aber vorerst auf eine Bewertung als Zahlungsausfall („Default“).

Der Ausblick habe sich allerdings verbessert: Die Agentur hält es nach dem Beschluss neuer EU-Hilfen für das hoch verschuldete Land für wahrscheinlicher, dass sich Griechenland letztlich stabilisiert und sich der Schuldenstand verringert. Jedoch bestehe ein hohes Risiko für die Umsetzung der erforderlichen Haushalts- und Wirtschaftsreformen.

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„Private Gläubiger werden Verluste machen“

Außerdem erwartet Moody’s einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands, was mit der Beteiligung privater Gläubiger an dem zweiten Hilfspaket für Griechenland zusammenhängt. Denn der Plan führe dazu, „dass die privaten Gläubiger Verluste machen werden“, erklärte die Ratingagentur.

Private Gläubiger wie Banken und Versicherungen sollen der Einigung der Euro-Staats- und Regierungschefs zufolge durch mehrere Modelle ihre Griechenland-Anleihen umtauschen können. Im Endeffekt verzichten sie so darauf, dass Griechenland alle Schulden zurückzahlt – was einen teilweisen Zahlungsausfall bedeutet.

„Die Abwertung spiegelt die erwarteten Verluste wider, die ein Umtausch von Anleihen mit sich bringt“ erklärte Moody’s. Bereits am Freitag hatte die US-Ratingagentur Fitch ihre Note für Griechenland gesenkt und einen teilweisen Zahlungsausfall vorausgesagt. Fitch betonte dabei aber, das zweite Hilfspaket für Athen sei „wichtig“ und „positiv“, um die Schuldenkrise einzudämmen.

Der Kurs des Euro sank nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands jedoch nur leicht. Die Gemeinschaftswährung rutschte zeitweise auf 1,4344 Dollar.

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