Experten erklären EHEC-Epidemie für beendet

Elektronenmikroskopische Aufnahme von EHEC-Bakterien
Elektronenmikroskopische Aufnahme von EHEC-Bakterien

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die EHEC-Epidemie fast drei Monate nach ihrem Beginn für beendet erklärt. Seit dem letzten übermittelten Erkrankungsbeginn am 4. Juli sei kein neuer Erkrankungsfall bekannt geworden sei, teilte das Institut mit. Die drei Wochen berücksichtigen den Angaben zufolge die Inkubationszeit, die Zeit für die Diagnosestellung und die Zeit für die Übermittlung eines Falls. Einzelfälle der Krankheit seien auch nach Ausbruchsende möglich.

Die intensivierte Überwachung des Erregers 0104:H4 werde aber fortgesetzt. Das Lagezentrum, das für das Management des Ausbruchs am 23. Mai im RKI eingerichtet worden war, soll allerdings geschlossen werden.

Tausende Erkrankte, 50 Todesfälle

Eine Packung Sprossen
Alle Sprossen und Keimlinge außer jene von Bockshornkleesamen dürfen wieder verzehrt werden.

Deutschlandweit forderte der aggressive Darmkeim 50 Todesopfer. Dem RKI seien 4321 Fälle gemeldet worden, davon 3469 EHEC-Fälle und 852 Erkrankungen der Komplikation HUS. Außerhalb Deutschlands seien 125 EHEC- und HUS-Erkrankungen und ein Todesfall bekannt geworden. Zum Schutz vor der Durchfallerkrankung hatten die Behörden im Juni vor dem Verzehr von ungekochten Sprossen und Keimlingen aus Saatgut gewarnt. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt bereits seit voriger Woche nur noch für Bockshornkleesamen.

Was bedeutet EHEC, HUS und O104?

EHEC-Keime sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Das natürliche Reservoir der Bakterien ist der Darm von Wiederkäuern, speziell von Rindern. Beim derzeit grassierenden EHEC-Erreger handelt es sich nach Laboruntersuchungen vermutlich um den E. coli Typ O104:H4. Die Keime werden durch Kontakt mit Tierkot, über kontaminierte Lebensmittel oder auch von Mensch zu Mensch übertragen. Eine EHEC-Infektion führt zu Durchfällen, die auch blutig sein können. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen. Bei besonders schweren Verläufen der Infektion kommt es zu einem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das zu einer schweren Nierenstörung, neurologischen Schäden und sogar zum Tode führen kann. Das Robert Koch-Institut hat seit Einführung der Meldepflicht 1998 in Deutschland jährlich rund 1000 EHEC-Erkrankungen und 60 HUS-Fälle registriert.

Importware dieser Samen aus Ägypten gilt als wahrscheinliche Ursache der Epidemie. Die EU-Kommission hatte vor gut zwei Wochen den Rückruf aller von 2009 bis 2011 aus dem Land importierten Chargen angeordnet. Bis Ende Oktober gilt zudem ein Importverbot für diese Samen.

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