Schuldenkrise drückt Stimmung der Verbraucher

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt die Stimmung der deutschen Konsumenten: Sie schätzen die Aussichten für die Konjunktur und die eigenen Finanzen skeptischer ein als zuletzt, wie aus einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2000 Verbrauchern hervorgeht.

Kaufhaus
Die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise drückt die Kauflaune der Deutschen.

Trotz der anhaltend guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt hat sich auch die Kauflaune wieder etwas verschlechtert. Für August prognostizieren die Marktforscher beim Konsumklimaindex einen Rückgang auf 5,4 Punkte. Für Juli revidierten sie den Wert von 5,7 auf 5,5 Zähler nach unten. „Die anhaltenden Diskussionen um den richtigen Weg aus der Schuldenkrise Griechenlands und damit einhergehend mögliche Gefahren für die gemeinsame europäische Währung verunsichern die deutschen Konsumenten“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dies überlagere derzeit das gute Umfeld für die Binnenwirtschaft.

Geringeres Wirtschaftswachstum erwartet

Die Konjunkturerwartung der Verbraucher sank um 5,7 auf 44,6 Punkte. Die Deutschen gehen laut GfK zwar davon aus, dass die Wirtschaft weiter wächst – allerdings nicht mehr so stark wie bisher. Auch das leicht eingetrübte Ifo-Geschäftsklima signalisierte nach einer Umfrage unter 7000 Firmen jüngst, dass sich der Aufschwung etwas verlangsamt. Dennoch sagen Experten der Wirtschaft 2011 ein Wachstum von mehr als 3,5 Prozent zu.

Angst vor der Schuldenkrise und hohen Energiepreisen

Ihre eigene Finanzlage sehen die Verbraucher ebenfalls wieder ein bisschen skeptischer. Einerseits befürchten sie der GfK zufolge Belastungen aus der Schuldenkrise. „Hinzu kommt, dass ein weiterer Anstieg der Energiepreise droht, der die Kaufkraft der privaten Haushalte ebenfalls beeinträchtigen würde“, betonte Bürkl. Die Einkommenserwartung fiel um zehn auf 34,6 Zähler.

Nach zähen Verhandlungen hatten sich die Euro-Länder vergangenen Donnerstag darauf geeinigt, Griechenland mit einem zweiten Hilfspaket von 109 Milliarden Euro vor der Staatspleite zu retten. Die GfK-Umfrage war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.

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