Kosovarischer Polizist stirbt nach Kämpfen an der Grenze

KFOR-Truppen am Grenzübergang Brnjak zwischen dem Kosovo und Serbien
KFOR-Truppen am Grenzübergang Brnjak zwischen dem Kosovo und Serbien sollen die Lage beruhigen.

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen an der Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien ist ein kosovarischer Polizist gestorben. Er sei trotz zweier Operationen seinen Verletzungen erlegen, sagte ein Polizeisprecher in der Hauptstadt Pristina. Ministerpräsident Hashim Thaci sprach der Familie des Beamten sein Beileid aus und sagte, der Angehörige einer Spezialeinheit sei zuvor bei „Angriffen des gewalttätigen Mobs“ schwer verletzt worden. Die Einheit des Mannes sei von Serben angegriffen worden, die gegen einen Polizeieinsatz an den Grenzübergängen zu Serbien protestiert hätten, teilte die Polizei mit.

Thaci verteidigte den Polizeieinsatz gegen Kritik der EU. Die Entsendung von Spezialeinheiten sei „die richtige Entscheidung“ gewesen und „ein konkreter Schritt“, um im Norden des Landes Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen, sagte Thaci. Die EU-Kommission hatte den Einsatz scharf kritisiert.

Festsitzende LKW an der Brenze des Kosovo zu Serbien
Lkw mit Gütern aus Serbien werden an der Grenze zum Kosovo gestoppt.

Der Streit zwischen dem Kosovo und Serbien entzündete sich an gegenseitigen Handelsbeschränkungen, die die Regierung in Pristina mit Polizeikräften an der Grenze zu Serbien durchsetzen wollte. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit im Kosovo lebenden Serben, die – ebenso wie Serbien – die Unabhängigkeit des Kosovo nach wie vor nicht anerkennen. Nach Medienberichten soll es dabei auch mehrere Verletzte gegeben haben.

Worum geht es bei dem Grenzstreit?

Hintergrund des aktuellen Konflikts ist der Streit um die Kosovo-Zollstempel, die Serbien nicht anerkennen will. Begründung: Kosovo sei kein selbstständiger Staat, sondern nach wie vor eine serbische Provinz. Folge: Waren aus dem Kosovo können nicht nach Serbien gelangen. Die Kosovo-Regierung hat deshalb ein Importverbot für serbische Waren verhängt. Während dieses Verbot an anderen Grenzübergängen durchgesetzt wurde, lief der Handel über die beiden jetzt eingenommenen Übergänge reibungslos. Wegen des Streits ruhen auch die von der EU vermittelten Verhandlungen zwischen beiden Seiten in Brüssel.

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