Media Markt und Saturn streichen 3000 Stellen

Logos von Media Markt und Saturn
Logos von Media Markt und Saturn

Nach einem Millionenverlust im zweiten Quartal wollen die Elektronikketten Media Markt und Saturn durch einen Personalabbau die Kosten senken. Europaweit sollen nach Angaben der Geschäftsführung 3000 Arbeitsplätze wegfallen. In den kommenden drei Jahren will Media-Saturn 500 Millionen Euro einsparen. Der Stellenabbau beim größten europäischen Elektronikhändler betrifft den Angaben zufolge hauptsächlich Jobs der Verwaltung. Der Verkauf in den Media- und den Saturn-Märkten sei nicht betroffen, erklärte die Geschäftsführung. Eine Unternehmenssprecherin sagte tagesschau.de, dass die Stellen in erster Linie dadurch wegfielen, dass freiwerdende Stellen nicht neu besetzt werden. Dieser Personalabbau habe Anfang des Jahres begonnen und beziehe sich nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf das internationale Geschäft. Parallel gehe aber die internationale Expansion weiter, so dass der Konzern möglicherweise unter dem Strich am Ende sogar mehr Menschen beschäftigen werde als derzeit.

Wenige Stunden zuvor hatte das Unternehmen für das zweite Quartal einen Verlust von 44 Millionen Euro gemeldet. Im zweiten Quartal 2010 hatte Media-Saturn noch einen Gewinn von 41 Millionen Euro verbucht. Für die Verluste machte der Mutterkonzern Metro starke Umsatzrückgänge bei Media Markt und Saturn insbesondere in Deutschland sowie hohe Investitionen verantwortlich. Media Markt hatte vor allem für den Einstieg in chinesischen Markt Geld ausgegeben und dort mittlerweile drei Filialen eröffnet. Saturn hatte nach Verlusten in Frankreich seine dortigen 35 Märkte verkauft. Dadurch fallen 2100 Arbeitsplätze weg. Diese Zahl ist im geplanten konzernweiten Abbau von 3000 Stellen noch nicht enthalten.

Media-Saturn will im Online-Geschäft schnell wachsen

Zudem hatte Media-Saturn den Online-Händler Redcoon übernommen, der das bislang vernachlässigte Online-Geschäft stärken soll. In diesem Bereich setzt sich der Konzern nun hohe Ziele und peilt die Marktführerschaft an. Bis 2015 soll der Umsatz im Onlinebereich auf fünf Milliarden Euro steigen. Der Start des Saturn-Onlineshops ist für Oktober geplant. Im Januar 2012 soll Media Markt mit einem eigenen Onlineshop folgen. Vorgesehen ist eine Verzahnung der Einkaufsmöglichkeiten im Internet mit den lokalen Märkten. Dort sollen sich die Kunden unter anderem beraten lassen können, bevor sie Produkte online bestellen. Gleichzeitig will sich Media-Saturn wieder auf die Ursprünge besinnen und sich stark auf „Preis- und Kostenführerschaft“ konzentrieren, kündigte Media-Saturn-Chef Horst Norberg an.

Der Umgang mit dem Online-Geschäft sorgt seit langem innerhalb des Konzerns für Streit. Der Handelskonzern Metro bemängelt, die Tochterfirma habe eine Online-Strategie sowie ihre Internationalisierung in Asien lange verschlafen. Ein Streit mit den Alteigentümern, die aufgrund ihrer Minderheitsanteile an Media-Saturn über ein Veto-Recht bei wichtigen Entscheidungen verfügen, beschäftigt derzeit die Gerichte. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte zuletzt auf die Einrichtung eines Beirats gesetzt, um rasch Weichenstellungen auch gegen den Widerstand der Alteigentümer umsetzen zu können.

Media Markt und Saturn waren viele Jahre lang die Wachstumslokomotive im Konzern. Seit einigen Quartalen verlieren die Elektronikketten aber an Boden. Bereits im Weihnachtsquartal 2010 hatte Media-Saturn mit enttäuschenden Geschäftszahlen überrascht.

Original, Google Cache, archive.org

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